Nordzucker stellt sich auf Wettbewerb ein

Schwierige Jahre kommen

+
Zuckerfabrik Uelzen: Die steigende Produktion macht die Preise kaputt. Der Umsatz von Nordzucker sinkt.

Uelzen/Braunschweig. „Die kommenden Jahre werden schwieriger. “ Mit diesen Worten stimmte Nordzucker-Geschäftsführer Hartwig Fuchs die Aktionäre gestern bei der Hauptversammlung in Braunschweig auf die Zukunft ein.

Schon die Bilanz des Geschäftsjahrs 2013/14 weist einen Umsatzrückgang von 82 Millionen Euro aus – nach dem Rekordergebnis von 2 443 Millionen Euro im Vorjahr.

Der Grund: Die steigende Zuckerproduktion macht die Preise kaputt. Der Verlust konnte teilweise durch höhere Mengen kompensiert werden. Hinzu kam ein Kartellverfahren, in dem Nordzucker ein Bußgeld von 8,5 Millionen Euro wegen unerlaubter Preisabsprachen auferlegt wurde.

2017 läuft die EU-Rübenquote aus, die Fabriken und Rübenbauern einen sicheren Absatz garantierte. Die Preisschwankungen werden dadurch zunehmen. „Wir müssen noch schneller und wettbewerbsfähiger werden. Wir müssen noch effizienter arbeiten“, kündigte Fuchs an. Schon im abgelaufenen Jahr wurden 95 Millionen Euro unter anderem in mehr Energieeffizienz in den Rübenfabriken investiert.

Stillstand und sparen sei nicht die richtige Antwort auf den internationalen Wettbewerb, betonte Fuchs: „Nordzucker muss weiter wachsen.“ Allerdings nicht nur in Deutschland und Europa, wo das Kartellrecht dem zweitgrößten Produzenten nach Südzucker Käufe und Fusionen erschwert.

„Der Zuckermarkt in der EU wird nicht wachsen, aber der Zuckerabsatz weltweit wird jährlich um zwei Prozent steigen“, erklärte Vorstandsmitglied Mats Liljestam. Etwa in Afrika, wo der Absatz 2013 um 23 Prozent gestiegen ist.

Obwohl zukünftig die Nachfrage die Produktion bestimmt, könnten die Rübenbauern im Landkreis Uelzen durchaus von mehr Wettbewerb profitieren. Denn die Anbaufläche in der Nähe der Zuckerrübenfabriken soll ausgeweitet werden. „Zucker hat Zukunft“, gab Fuchs als Motto aus.

Die Hauptversammlung stimmte einer Dividende von 1,30 Euro je Aktie zu, im Vorjahr zahlte Nordzucker 1,80 Euro. Als Aufsichtsratsvorsitzender wurde Landwirt Hans-Christian Koehler aus Eppensen bestätigt. Er unterstützte die vom Vorstand betriebene Internationalisierung des Konzerns.

Von Gerhard Sternitzke

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare