Schweine-Tango und Schalke-Schal

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Närrisches Treiben in Violett: Das Langenbrügger Staatsballett, fester Bestandteil des Faslams, feierte sein 20-jähriges Bestehen.

Langenbrügge - Von Ulrich Bleuel. Es gab eine Zeit, da waren die Männer noch unter sich, feierten fröhlich und amüsierten sich köstlich. Faslam in Langenbrügge war wie das Begehen eines Heldentages, allenfalls zum abendlichen Tanzvergnügen ließen die Herren ihre Damen auf den Saal.

Einen erheblichen Eingriff in diese nahezu vier Jahrzehnte währende Tradition gab es 1991, einen Aufstand der Frauen, eine Rebellion. Gestandene Herren sahen das baldige Ende des fröhlichen Treibens kommen. Zwei Jahre nach dem Fall der Mauer fiel in Langenbrügge die „Herrschaft“ der Männer. Die Damen muckten auf, stiegen in die Bütt, brachten mit Tanzdarbietungen Schwung in die Bude. Das Langenbrügger Staatsballett war geboren.

Aus einer damaligen Randgruppe ist längst ein fester Bestandteil des Karnevals im Südosten des Kreises geworden. Keiner der Herren ist heute unglücklich, wenn die Damen kommen. „Männer brauchen manchmal etwas länger, um was zu begreifen“, beschrieb Zeremonienmeister Dirk Kandreyer den Status quo. 20 Jahre Staatsballett war dann auch das Motto der diesjährigen Faslamsfeier in Langenbrügge.

Der Vorstand der Faslamsgemeinschaft unter Führung des Präsidenten Henning Luhmann hatte sich einiges einfallen lassen, um dieses Jubiläum entsprechend zu begehen. In vielen Szenarien erinnerten sie immer wieder an diese 20 Jahre, erinnerten an Schweine-Tango, Lambada, Bauchtanz und Auftritten der Damen in engen Miedern. Orden hielt der Vorstand bereit. Sie wurden verliehen an die neuen Tanzmäuse Nadine Nowak und Britta von Campen, an die „Chefin“ Birgit Luhmann und an die „tapfere Schneiderin“ Konny Winkler.

Und natürlich ließen sich die Damen nicht lange bitten. In selbst geschneiderten Kostümen ging es zurück in die Abba-Zeit und in die Bundesliga. Dem noch amtierenden Prinzen und erklärten Schalke-Fan Kai-Uwe Mertens boten sie – samt königsblauem Fan-Schal – ein Tänzchen. Es folgte, was das Prinzenleben in Langenbrügge so interessant macht: die Küsschenparade. Auch mit ein Grund dafür, dass man in Langebrügge immer wieder einen Prinzen findet.

Dafür sind die Jungen Leute zuständig. Unter tosendem Beifall proklamierten sie Klaus-Dieter „Nowi“ Nowak zum 57. Prinzen. Mit rotem Mantel und goldener Mütze steht er jetzt an der Spitze. An seiner Seite Prinzessin Angela. Zusammen werden sie nun für ein Jahr die Langenbrügger regieren.

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