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Schweigeminute im Landkreis Uelzen für die Queen

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Von: Norman Reuter

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Die britische Königin Elizabeth II. ist gestorben. Sie war mit ihrer mehr als 70 Jahre währenden Regentschaft eine Konstante für die Menschen in aller Welt.
Die britische Königin Elizabeth II. ist gestorben. Sie war mit ihrer mehr als 70 Jahre währenden Regentschaft eine Konstante für die Menschen in aller Welt. © Lukas Coch

Ihre Regentschaft über Großbritannien währte mehr als 70 Jahre. Nun ist Elizabeth II. gestorben. Der Tod der britischen Königin bewegt die Menschen – auch in der Region.

Landkreis Uelzen - Es ist Donnerstagabend gegen 21 Uhr, als sich im Rathaus von Bienenbüttel die Mitglieder des Sozialausschusses erheben. Die Nachricht vom Tode der Queen hat die Kommunalpolitker erreicht. Die Vorsitzende Anke Podloucky ruft zu einer Schweigeminute zum Gedenken an Elizabeth II. auf.

Im Alter von 96 Jahren ist die Monarchin gestorben. Mehr als 70 Jahre saß sie als Großbritanniens Königin auf dem Thron – „eine halbe Ewigkeit“, wie gestern Bundeskanzler Scholz sagt. Für die Menschen in Großbritannien und in aller Welt war sie eine Konstante – ihr Tod bewegt, wie das Beispiel aus Bienenbüttel zeigt, auch Männer und Frauen hierzulande.

Countertenor Alex Potter, der in London aufwuchs und jetzt in Uelzen lebt, sagt von sich: „Ich bin kein großer Monarchist.“ Und doch: Als er am Donnerstag erfahren habe, dass die Königin gestorben sei, habe das in ihm etwas ausgelöst. Die Vorstellung auch, das jetzt ein König regiere, sei ein fremdes Gefühl, umschreibt er.

Potter begeistert sich für Geschichte, betrachtet auch aus diesem Blickwinkel das Königshaus in seinem Heimatland. „Da ist schon festzustellen, dass sich die Monarchie im 20. Jahrhundert der Bevölkerung geöffnet hat, was die Beliebtheit Elizabeths erklärt“, so Potter. Zugleich fasziniere die Menschen das Royale, das Schicksal jener, die als König oder Prinz geboren würden. Da nehme er sich nicht aus.

Schon gut 50 Jahren lebt Michael Grieves nicht mehr in Großbritannien. Und doch: Gestern schaut er BBC-World, um zu verfolgen, was nach dem Tode der Queen nun geschieht. Grieves, 76 Jahre alt, der bei den Uelzener Nachtwächterführungen mitwirkte, erinnert sich im AZ-Gespräch an seinen Großvater, der ein Royalist gewesen sei. Stand ein Geburtstag in der Königsfamilie an, hatte er als Kind auf Geheiß des Großvaters bei Tisch zunächst aufzustehen, wie Grieves erzählt. In den 1950er-Jahren bei Kinobesuchen sei auch immer „God save the queen“ gespielt worden. Nun regiere nach mehr als 70 Jahren erstmals wieder ein König. Die erste Rede von Charles III. will sich Grieves gestern Abend anhören.

Er wird König auch von Kanada sein, wie seine Mutter Königin des Landes zuvor – ein Überbleibsel aus Zeiten, in denen Großbritannien noch die erste Weltmacht war. Der gebürtige Kanadier Stacy Macauly, der sich in Uelzen für den Verein „Bahnhof 2000“ engagiert, schildert, dass er als Grundschulkind täglich im Klassenzimmer Elizabeth II. huldigen musste. „An der Wand hing ein Bild von ihr. Wir sagten einen Spruch auf“, so Macauly. Gut 36 Jahre ist das nun her, und heute gebe es so etwas sicherlich nicht mehr. Ungeachtet dessen beschäftige die Kanadier das Leben und Schicksal der Royals – besonders auch in diesen Tagen.

Nicht nur im Bienenbütteler Rathaus wird der Königin gedacht: Uelzen ist Partnerstadt des englischen Barnstaple. Delegationen besuchen sich einander. Aus dem hiesigen Rathaus kündigt gestern Stadtsprecherin Ute Krüger auf Anfrage an, Bürgermeister Jürgen Markwardt werde für die Hansestadt kondolieren. Er werde die Anteilnahme gern gemeinsam mit dem Komitee für internationale Partnerschaften Uelzen aussprechen.

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