Amtsgericht verhandelt gegen 47-Jährigen, der sich gewaltsam seiner Festnahme widersetzt hat

Renitenter Schwarzfahrer verletzt Bundespolizisten – jetzt steht er in Uelzen vor Gericht

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(Symbolbild)

Uelzen. H. ist ein renitenter Schwarzfahrer, der sich in Uelzen Bundespolizisten widersetzt und einen von ihnen so verletzt, dass dessen Kreuzband reißt.

Das Amtsgericht Uelzen will den Vorfall aus dem März 2015 verhandeln, doch der Beschuldigte zögert das Verfahren immer wieder mit Einsprüchen hinaus.

Über drei Jahre später trifft der Angeklagte H., der mit Verteidiger und gesetzlichem Vertreter erscheint, doch noch auf sein Opfer, das als Nebenkläger auftritt. So soll sich der Angriff an besagtem Tag laut Staatsanwaltschaft zugetragen haben: Der 47-jährige Obdachlose ist ohne Fahrkarte im Erixx von Braunschweig nach Uelzen unterwegs. Von der Fahrgastbetreuerin angesprochen behauptet H., dass er lediglich einen 20-Euro-Schein besitzt, den der Fahrkartenautomat nicht angenommen hat.

Die Frau will seinen Personalausweis sehen, doch H. weigert sich. Am Uelzener Hundertwasser-Bahnhof erwartet ihn deshalb die Bundespolizei, doch auch dort will er seinen Ausweis nicht vorzeigen.

Die Beamten wollen H. daraufhin mit auf die Wache nehmen. Das passt dem Angeklagten gar nicht: Er wehrt sich buchstäblich mit Händen und Füßen. „Durch schweres Drehen und Winden seines Körpers versuchte er sich, aus dem Polizeigriff zu lösen“, berichtet der Staatsanwalt. Dabei gelingt es H. sogar, auf eine Sitzbank zu springen. Er bringt damit einen Bundespolizisten, der ihn festhält, so aus dem Gleichgewicht, dass er stürzt, sich das Kniegelenk verdreht und sein vorderes Kreuzband reißt. Er muss operiert werden und ist mehrere Wochen arbeitsunfähig.

„Ich werde mich für meinen Mandanten äußern, aber vorher würden wir gerne ein Verständigungsgespräch mit der Staatsanwaltschaft führen“, erklärt H.s Verteidiger. Mehrmals geht es in das Besprechungszimmer neben dem Verhandlungssaal, anschließend bespricht sich der Verteidiger mit dem Angeklagten.

Nach etwa einer Stunde diskutieren und verhandeln ist klar: Das Strafverfahren gegen H. wird vorläufig eingestellt, wenn er 300 Euro Schmerzensgeld an den verletzten Bundespolizisten zahlt. Damit ist das Opfer einverstanden. Das sogenannte Adhäsionsverfahren erlaubt es, dass zivilrechtliche Ansprüche auch im Strafprozess geltend gemacht werden können.

Von Sandra Hackenberg

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