Mehr schwere Unfälle im Landkreis: Polizei setzt auf Leitplanken vor Bäumen

Schutz statt Verkehrstote

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Eine der vielen Kollisionen mit einem Baum im vergangenen Jahr: Ein 21-Jähriger war im Mai an der B 71 bei Gerdau mit seinem Auto von der Fahrbahn abgekommen.

Uelzen. Entgegen dem landesweiten Trend ist im Landkreis Uelzen im vergangenen Jahr die Zahl der Schwerverletzten und tödlich Verunglückten bei Verkehrsunfällen gestiegen. Das zeigt die Unfallstatistik der Polizeiinspektion Lüneburg/Uelzen/Lüchow-Dannenberg.

2450 Unfälle registrierte die Polizei kreisweit, das sind zwar 60 weniger als im Vorjahr. Dabei sind jedoch 92 Menschen schwer verletzt worden und acht Personen gestorben (2012: 83 Schwerverletzte und 7 Tote).

Im restlichen Bereich der Polizeiinspektion gab es hingegen weniger Schwerverletzte als zuvor, und auch landesweit sind nach Angaben des Innenministeriums im vergangenen Jahr rund 15 Prozent weniger Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen als 2012. Eine Ursache für die Schwere von Unfällen sind Straßenbäume, erklärt der Verkehrsexperte der Polizeiinspektion Lüneburg/Uelzen/Lüchow-Dannenberg, Andreas Dobslaw. Wenn jemand mit 97 Stundenkilometern von der Fahrbahn abkomme und gegen einen Baum pralle, werde das Fahrzeug zerrissen, machte er deutlich. Am Montag erst war eine 22-Jährige mit ihrem Wagen bei Overstedt gegen eine Eiche geschleudert und schwer verletzt worden.

Bei einem Großteil der Kollisionen mit Straßenbäumen (2013: 95, 2012: 73) seien die Insassen der Autos schwer verletzt worden. Diese Gefahr wolle das Land Niedersachsen bannen, indem an bestimmten Strecken Leitplanken errichtet werden. An der B 71 zwischen Wellendorf und Groß Ellenberg wurden bereits Schutzplanken gezogen (AZ berichtete). Ebenso sei diese Vorrichtung für die Kreisstraße 5 bei Emern geplant, auf der vor vier Jahren ein 22-Jähriger mit seinem Auto gegen einen Baum fuhr und tödlich verunglückte.

Diesen schweren Kollisionen stehe gegenüber, dass es seit 2006 allgemein weniger Unfälle gegeben habe, bei denen überhaupt Personen verletzt wurden. „Wir sind eigentlich zufrieden, das heißt aber nicht, dass wir nicht versuchen wollen, noch besser zu werden“, erklärt Dobslaw. Er sowie Dieter Klingforth, Leiter des Polizeikommissariats Uelzen, und Ralf Munstermann, Chef des Streifendienstes, warnen davor, dass Autofahrer sich während der Fahrt durch Handys, Navigationsgeräte oder andere Geräte vom Straßenverkehr ablenken lassen. „Die Ablenkungsmöglichkeiten im Fahrzeug haben enorm zugenommen“, sagt Munstermann.

Gestiegen ist außerdem die Zahl der Verkehrsteilnehmer, die unter Drogeneinfluss am Lenkrad saßen, und zwar um knapp zwölf Prozent.

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