Ein Sonnensegel, das doppelt hilft

Schutz für Gäste und Theater: Neues Schauspielhaus überdacht Außenbühne

Johannes Vogt-Krause sitzt auf der Außenbühne des Neuen Schauspielhauses unter dem neuen Sonnensegel. Dieses diene der Entspannung der jetzigen Situation.
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Johannes Vogt-Krause sitzt auf der Außenbühne des Neuen Schauspielhauses unter dem neuen Sonnensegel. Dieses diene der Entspannung der jetzigen Situation.

Uelzen – Regen oder Sonne, drinnen oder draußen: Künstler, die im Neuen Schauspielhaus auftraten, waren stets den Launen des Wetters ausgesetzt, wenn es um die Frage ging, ob sie im Garten oder im Saal spielen. Das soll jetzt der Vergangenheit angehören.

„Das wundert mich, dass wir das nicht schon längst gemacht haben“, sagt Johannes Vogt-Krause, erster Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Kunst im Kreativen Speicher.

Mit „das“ meint er das große Sonnensegel, das jetzt die Außenbühne im Gartenbereich überspannt. „Da wir jetzt ein Dach haben, sind erst mal die Künstler vor Regen geschützt, aber auch deren Technik und Instrumente“, erklärt Vogt-Krause.

Rund 3000 Euro hat sich der Verein das Segel kosten lassen – aus gutem Grund. „Es dient wirklich dazu, die Situation des Theaters zu entspannen“, erläutert Vogt-Krause. Denn die Überdachung ermögliche es, so lange wie möglich Veranstaltungen im Freien stattfinden zu lassen – „weil wir dadurch überhaupt keine Probleme haben, Abstandsregeln einzuhalten.“

Im Innenraum sei es nicht so einfach, alle Auflagen einzuhalten. Grund ist die Enge des Saals: Maximal 97 Plätze stehen eigentlich zur Verfügung. Um den Abstand von eineinhalb bis zwei Meter zu wahren, könnte aber nicht einmal die Hälfte aller Plätze belegt werden. „Da muss man aus betriebswirtschaftlicher Sicht gucken, wie man den Betrieb am Laufen hält“, sagt Vogt-Krause. Ein Hygienekonzept liege bereits beim Ordnungs- und Gesundheitsamt zur Prüfung vor. Dieses sehe zudem vor, dass jederzeit eine Mund-Nase-Maske getragen werden muss, die nur zum Trinken abgenommen werden darf. „Die Alternative ist: keine Kunst, keine Kultur“, begründet der Vorsitzende diese Maßnahme.

Über eine lange Zeit war der gesamte Vorstand des Vereins laut Vogt-Krause nun mit Planung und Krisenmanagement beschäftigt. Der Blick in die Zukunft wurde dabei aber nicht vergessen. So wurden auch mehrere Förderungen beantragt. Eine Anfrage über 50 000 Euro wurde etwa beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur eingereicht, um im Saal eine bessere Be- und Entlüftung einzubauen – auch das spiele beim Infektionsschutz eine Rolle. Bereits bewilligt wurden zwei Anträge beim Lüneburgischen Landschaftsverband: einmal über rund 12 500 Euro zur Renovierung des Küchen- und Tresenbereiches sowie zur Erneuerung der Licht- und Tontechnik und einmal 6900 Euro zum Ausgleich der Einnahmeverluste.

Für Vogt-Krause ist es wichtig, dass der Betrieb weitergeht. Er merke, dass die Leute „kulturhungrig“ seien. VON DANIEL BIELING

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