Kreisjägermeister befürchtet starke Ausbreitung des Wildes

Kritik wegen kürzerer Jagdzeiten

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Mit kürzeren Jagdzeiten sei zu befürchten, dass die Abschusspläne nicht erfüllt werden, sagt Uelzens Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge. In der Konsequenz könnten so die Wildbestände nicht auf ein gesundes Maß reduziert werden.

Uelzen/Landkreis. Den Argumenten kann Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge folgen, den gewählten Weg hält er jedoch für falsch:

Heinrich Hellbrügge

So findet eine vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium angestrebte Verkürzung der Jagdzeit für Schalenwild wie Rehe, Hirsche und Wildschweine keine Zustimmung aus der Uelzener Jägerschaft. Rund 1700 Jäger gibt es derzeit im Landkreis Uelzen. Zu befürchten sei, dass mit einer kürzeren Jagdzeit die Tierpopulationen nicht auf ein gesundes Maß zurückgefahren werden könnten, erklärt der Waidmann. Im Frühjahr werden nach Berichten der Forst und der Jägerschaft die Abschusspläne für Wildarten dazu festgelegt.

Das Landwirtschaftsministerium hat den Tierschutz bei seinen Überlegungen im Blick. Schalenwild begebe sich in der kalten Jahreszeit in Winterruhe. Eine kürzere Jagdzeit, die statt am 31. Januar am 15. Januar ende, trage diesem Umstand Rechnung, heißt es vom Ministerium.

„Gegen diesen Gedankengang ist nichts zu sagen“, meint Hellbrügge. Die zwei Wochen Ende Januar seien in Jahren wie dem aktuellen dennoch für die Jägerschaft von Bedeutung. Es gebe große Wildschweinbestände in den Revieren, ihnen müssten die Jäger Herr werden. „Bei Jagden jetzt in der Erntezeit haben wir aber bisher noch nicht viele erlegen können“, so Hellbrügge. Entsprechend müsse noch in den kommenden Monaten gehandelt werden, zumal die Schweineseuche auf dem Vormarsch sei und diese durch große Wildschweinbestände schneller um sich greife. Die kürzeren Jagdzeiten könnten sich als Schuss nach hinten erweisen.

Erschwerend komme hinzu, dass zunehmend Wölfe durch die Uelzener Reviere streifen. Das Wild werde aufgeschreckt, flüchte in die Randgebiete und würde erst nach Tagen, wenn die Gefahr vorbei sei, wieder zu seinen Plätzen zurückkehren (AZ berichtete). Während dieser Fluchtzeiten sei an Jagden nicht zu denken, so der Kreisjägermeister.

Die Waidmänner treibt aber nicht nur die vorgeschlagene Verkürzung der Jagdzeit um, sondern vor allem auch die Regulierungswut in Hannover. Anstelle von gesetzlichen Vorgaben sollten Empfehlungen zu den Jagdzeiten ausgesprochen werden, findet Hellbrügge. Seine Kritik: „Immer mehr wird nicht im Bereich der Jäger gelassen, die sich mit der Materie auskennen“.

Die Jagdzeiten sind bereits jetzt gesetzlich festgelegt. Bei Verstößen droht Jägern entweder ein Bußgeld wegen einer Ordnungswidrigkeit, oder bei schweren Fällen eine Anzeige wegen einer Straftat. Geahndet werden die Verstöße von der kreislichen Jagdbehörde, die beim Landkreis Uelzen angesiedelt ist.

Von Norman Reuter

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