Schulz scheidet bei mycity aus

+
Prokurist Falk-Wilhelm Schulz zieht Konsequenzen nach Kritik an der Kommunikationspolitik.

Uelzen - Von Marc Rath. Die Turbulenzen um das millionenschwere und bislang hoch defizitäre Ukraine-Engagement der Stadtwerke ziehen weitere personelle Konsequenzen nach sich: Der Kaufmännische Leiter der Uelzener Stadtwerke, Falk-Wilhelm Schulz, stellte gestern alle seine Ämter zur Verfügung. Der Prokurist wird zum 31. März 2011 aus der Gesellschaft ausscheiden, teilte mycity mit.

Lesen Sie dazu auch:

Weiter Geld für Ukraine

"Wir haben jetzt an bestimmten Punkten Fragen"

Stadtwerke müssen Informationsfluss verbessern

SBE-Spitze abberufen

AZ-Blitz: Führungswechsel beim Ukraine-Projekt

„Mit dieser Entscheidung übernehme ich Verantwortung für die Kritik an der Kommunikationspolitikder SBE Sustainable Bio Energie Holding GmbH“, erklärte Schulz. „Die Niederlegung meiner Ämter bei den Stadtwerken ist daher ein folgerichtiger Schritt für mich.“ Vor zwei Wochen erst waren Schulz und sein Co-Geschäftsführer Claus-Dieter Lang von ihren Funktionen bei der SBE entbunden worden, nachdem die Ernteziele in diesem Jahr ein weiteres Mal verfehlt wurden und durch den Exportstopp in der Ukraine ein neues Defizit in Höhe von 600 000 Euro aufgelaufen war. Diese Nachricht hatte die Uelzener Kommunalpolitik völlig unvorbereitet getroffen, da bis dahin die SBE-Spitze stets betont hatte, die Ziele für 2010 erreichen zu können. Bürgermeister Otto Lukat übte daraufhin deutliche Kritik an der Kommunikationspolitik der Stadtwerke (AZ berichtete).

Der 33-jährige Schulz stieg 2007 bei den Stadtwerken vom Assistenten der Geschäftsführung zum Prokuristen und Kaufmännischen Leiter auf und verantwortete seitdem unter anderem das Beteiligungsmanagement der städtischen Tochter.

„Die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat der Stadtwerke Uelzen respektieren die Entscheidung von Falk-Wilhelm Schulz, bedanken sich ausdrücklich für seine engagierte Arbeit der letzten Jahre und wünschen Herrn Schulz für seinen weiteren beruflichen Lebensweg alles Gute“, heißt es in der gestrigen Erklärung des Unternehmens.

Bei Aufsichtsratssitzung der Stadtwerke am Mittwoch waren Personalien nach AZ-Informationen kein Thema gewesen. Dass personelle Konsequenzen indes unvermeidlich seien, wurde in der Kommunalpolitik bereits seit einigen Tagen kolportiert. Dabei wurde jedoch die Formel „Erst die Sachfragen, dann das Personal“ ausgegeben. So hatte der Stadtwerke-Aufsichtsrat vorgestern weitere 250 000 Euro „zur Kompensation der Mindererlöse“ für das Ukraine-Investment freigegeben.

Gestern Mittag unterrichtete Schulz nach einem Gespräch mit Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Schümann zunächst den Bürgermeister und informierte am frühen Nachmittag den Aufsichtsrat, die Fraktionsvorsitzenden und seine Mitarbeiter von diesem Schritt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare