Kampf gegen Trickbetrug

Schulung der Polizei: Ehrenamtliche sollen Senioren sensibilisieren

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Vorsicht! Ein beliebter Trick: Jemand gibt sich als Verwandter aus, und bittet um Geld – ein Freund soll es abholen.

Uelzen. Senioren erhalten angebliche Rentenbescheide und werden zu Zahlungen aufgefordert; Männer geben sich als Kripobeamte aus und lassen sich Schmuck von mehr als 90 Jahre alten Eheleuten aushändigen.

Angebliche Mitarbeiter von Energieunternehmen geben vor, die Zählerstände ablesen zu wollen und ergaunern so Bargeld aus Wohnungen – die Polizei meldete in den vergangenen zwölf Monaten immer wieder Fälle von Trickdiebstählen bei älteren Menschen in der Region. Und Silke Munstermann, im Uelzener Polizeikommissariat für die Präventionsarbeit zuständig, sagt: „Längst nicht jeder Trickdiebstahl im Kreis wurde auch angezeigt – die Menschen schämen sich.“

Um auf die Betrügermaschen aufmerksam zu machen und auch Opfer zu bewegen, doch zur Polizei zu gehen, setzt das Uelzener Polizeikommissariat auf sogenannte Sicherheitsberater für Senioren. Das Konzept: Die Polizei schult Senioren, die als Multiplikatoren vor Gefahren warnen. Munstermann: „Als Polizei können wir nicht überall sein. Die Senioren können in ihren Bekanntenkreisen von Trickbetrügereien berichten und die Menschen sensibilisieren.“

Am Dienstag, 26. Januar, startet nach vier Jahren wieder eine Schulung. Drei Tage dauert sie. Silke Munstermann sucht Freiwillige, die sich als Sicherheitsberater „ausbilden“ lassen wollen.

An den drei Tagen werden Hinweise zum sicheren Umgang mit Zahlungsmitteln gegeben und darüber informiert, wie sich Senioren verhalten sollen, wenn Unbekannte sich melden. Auch die Polizei stellt sich vor, Anlaufstellen werden genannt. Nach dem Kursus wird einmal monatlich ein Stammtisch für die Sicherheitsberater angeboten. Dabei werden neue Trickbetrugsmaschen vorgestellt; die Sicherheitsberater können zudem ihre Erfahrungen austauschen.

Anmeldungen für die geplante Schulung sind bis zum Donnerstag, 21. Januar, möglich – bei Silke Munstermann unter Telefon (05 81) 93 01 28 oder per Mail unter silke.munstermann@polizei.niedersachsen.de.

Mehr als 40 Senioren aus der Stadt und dem Landkreis Uelzen sind bereits als Sicherheitsberater tätig, schildert Munstermann. Sie hofft, dass möglichst viele noch diese Aufgabe übernehmen wollen.

2004 wurde das Projekt der Sicherheitsberater für den Landkreis Uelzen aus der Taufe gehoben. Fast 50 Sicherheitsberater wurden seitdem geschult, die auf die Gefahren aufmerksam machen. Die Ehrenamtlichen im Kreis ermutigen Opfer auch, zur Polizei zu gehen. Nur so ist eine Strafverfolgung durch die Ermittlungsbehörden möglich.

Von Norman Reuter

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