Elternbefragung: Welche Schullandschaft wünschen sie sich für ihre Kinder?

Schullandschaft im Landkreis Uelzen auf dem Prüfstand

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Beim Informationsabend des Landkreises in Sachen Schullandschaft waren am Dienstag im Uelzener Ratssaal etwa 50 Besucher zu zählen. 

Uelzen/Landkreis – Der Landkreis befragt zurzeit Eltern. Welche Schullandschaft wünschen sie sich für ihre Kinder? Parallel finden dazu Informationsabende statt. Beim ersten drehten sich einige Fragen um eine Schulform, die es in der Region bisher nicht gibt.

Susan Kletzin hatte Mühe, das richtige Schaubild zu finden. Die Mitarbeiterin der Landesschulbehörde wollte in Uelzen die niedersächsischen Schulformen kompakt vorstellen. Kein leichtes Unterfangen, denn angesichts der Fülle von Schulformen fehlte stets eine auf den angebotenen Schaubildern.

Kletzin und Kollegin Frauke Klappheck sind Referenten, die der Landkreis für Informationsabende in Sachen Schullandschaft gewonnen hat. Am Dienstag hatte der Landkreis zur ersten dieser Informationsveranstaltungen in den Uelzener Ratssaal eingeladen.

Die Reihe der Informationsabende findet nicht ohne Grund jetzt statt. Im Landkreis ist eine Diskussion um die Schullandschaft losgebrochen, denn während in Bad Bevensen in den vergangenen Jahren die Kooperative Gesamtschule wegen hoher Anmeldezahlen an ihre Grenzen stieß, werden andere Schulen im Landkreis kaum noch von Eltern für ihre Kinder gewählt. Die Kreispolitik hat die Schieflage erkannt. Entscheidungen sollen nach Bedarfen getroffen werden. So läuft aktuell eine Elternbefragung, zu der begleitend die Informationsabende gedacht sind.

Susan Kletzin stellte die Gesamtschulmodelle vor.

Gut 50 Besucher waren am Dienstag im Ratssaal zu zählen – darunter nicht nur Eltern. Kreistagsabgeordnete und Vertreter von Schulen waren in den Reihen zu entdecken. Am Rednerpult übernahmen zunächst Frauke Klappheck und Susan Kletzin die Aufgabe, niedersächsische Schulformen vorzustellen. Real- und Oberschule zum Beispiel sowie Kooperative Gesamtschule (KGS) und Integrative Gesamtschule (IGS) – letztere gibt es im Landkreis Uelzen nicht. Eine Elterninitiative macht sich aktuell für einen Aufbau stark. Schüler mit unterschiedlichen Leistungsniveaus werden an einer IGS gemeinsam in einer Klasse unterrichtet – aber was ist, wenn beispielsweise kaum gute Schüler angemeldet werden, will jemand aus den Zuhörerreihen wissen. Eine IGS stehe und falle mit einem Konzept, sagt Susan Kletzin. In der Praxis erlebe sie Integrative Gesamtschulen, für die es mehr Anmeldungen als Plätz gebe und es so zu einer guten Durchmischung komme.

Jemand anderes will wissen, wie sich denn IGS und Oberschule voneinander unterscheiden, denn auch an einer Oberschule würden ja Schüler aus unterschiedlichen Leistungsbereichen unterrichtet. Kletzin sagt: „Soweit entfernt voneinander ist man bei den Schulformen nicht.“ An einer IGS gebe es zunächst keine Noten, dafür Leistungsbeschreibungen. Und es gebe kein Sitzenbleiben.

In der laufenden Befragung will der Landkreis Uelzen wissen, ob Eltern ihr Kind an einer IGS anmelden würden, um so den Bedarf für eine solche Schule zu ermitteln. Eine gleichlautende Frage gibt es auch zum Thema Realschule, von der es nach Einführung der Oberschulen keine mehr im Landkreis gibt. Ein Verein kann sich aber eine christliche Realschule in Wieren vorstellen (AZ berichtete).

Sabrina Boenschen vom Bildungsbüro des Landkreises und Uwe Liestmann gaben Erläuterungen zur Elternbefragung.

Uelzens Erster Kreisrat Uwe Liestmann bat am Dienstag Eltern, sich an der Befragung zu beteiligen, damit das Meinungsbild deutlich werde. Liestmann weiter: „Wir brauchen auch ehrliche Antworten.“ Schließlich wolle man die Schullandschaft nach den tatsächlichen Bedarfen ausrichten. Angehört werden Eltern, deren Kinder die erste bis dritte Schulklasse oder das letzte Kita-Jahr besuchen. Die Befragung läuft noch bis zum 16. September.

VON NORMAN REUTER

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