Schullandschaft im Landkreis Uelzen

Sieben Monate später als geplant: Entscheidung zur IGS im Juli

Die Debatte um die Schulen geht auf die Zielgerade. Jetzt tagte der Schulausschuss.
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Die Debatte um die Schulen geht auf die Zielgerade.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Eine Entscheidung zur Zukunft der Schullandschaft im Kreis wird aller Voraussicht nach doch noch in dieser Wahlperiode getroffen. Nach Angaben der Kreisverwaltung sei geplant, die Schullandschaft bei der Kreistagssitzung am 20. Juli zu behandeln. Anträge liegen vor, wonach entweder neue Schulformen wie die IGS etabliert werden oder aber die Schulen erhalten bleiben sollen.

Uelzen/Landkreis – In einem von der FDP in sozialen Medien veröffentlichten Video erklärte jüngst der Liberale Léonard Hyfing, wie sehr es ihn wurmt, dass noch keine Entscheidung zur Zukunft der Schullandschaft im Landkreis Uelzen getroffen wurde. Dafür sei es jetzt an der Zeit, so der Tenor. Aller Voraussicht nach kommt es nun im Juli und damit noch in dieser Wahlperiode zu einem Votum durch den Kreistag.

Kreissprecher Martin Theine erklärt auf Anfrage: Es sei geplant, die Schullandschaft in der Sitzung des Kreistages am Dienstag, 20. Juli, zu behandeln. Es ist die letzte regulär angesetzte Beratung des Gremiums vor den Kommunalwahlen im September und dem Ende der Wahlperiode am 31. Oktober.

Wie Rainer Fabel, Fraktionsvorsitzender der FDP, meint, sei es richtig und wichtig, dass noch der aktuelle Kreistag entscheide. „Es waren diese Gewählten, die das Thema bearbeitet haben, die die Elternbefragung in Auftrag gaben. Der Kreistag ist am Zug.“

So deutlich äußert sich auch die UWG. Fraktionschef Klaus-Georg Franke: „Man hat die Schulentwicklung zu lange vor sich her geschoben. Die Entscheidung soll noch in dieser Wahlperiode fallen.“

Die Kreispolitik befasst sich seit September 2018 mit der Schullandschaft und deren Entwicklung – Anlass war ein Ansturm auf die KGS in Bad Bevensen, während an Oberschulen die Anmeldezahlen sanken. Wie angesprochen, wurde eine Elternbefragung auf den Weg gebracht, bei der sich rund 70 Prozent der Teilnehmer für eine Realschule und 59 Prozent für eine Integrierte Gesamtschule aussprachen.

Fraktionen hatten unterschiedliche Vorstellungen, sie mündeten in zwei Anträgen. SPD, Grüne, FDP und der Linken-Vertreter plädieren für neue Schulformen, wollen dabei zunächst geklärt wissen, welche Schulformen kommen sollen und wollen dann über Standorte sprechen. CDU und UWG beantragten den Erhalt der bisherigen Schulformen für mindestens sieben Jahre und ein Investitionsprogramm.

Im Schulausschuss im Herbst fand die CDU/UWG-Lösung eine knappe Mehrheit. Zu einer Entscheidung des Kreistages im Dezember kam es dann nicht, weil eine lange Sitzung in Pandemie-Zeiten verhindert werden sollte. In den folgenden Monaten schlug die Infektionslage vollends zu. Ein Sonderkreistag zur Schullandschaft im Mai wurde abgesagt.

Die AfD hat selbst keinen Antrag zur Schullandschaft gestellt. Ist aber nach eigenem Bekunden für einen Erhalt der bisherigen Schulformen, was der CDU/UWG-Idee entspricht. Fraktionsvorsitzender Maik Hieke sagt: „Das Thema ist ausdiskutiert.“

„Wir sind bereit dazu, eine Entscheidung zu treffen“, sagt die Fraktionsvorsitzende der SPD, Ivonne Großmann, zu einer Beratung noch in dieser Wahlperiode.

CDU-Fraktionschef Hans-Heinrich Weichsel erklärt, dass eine Entscheidung möglich ist: „Dann wissen wir auch, wie es für die Schulen weitergeht.“ Martin Platzer, Vertreter der Linken im Kreistag, sagt: „Es wird Zeit für Klarheit.“

Wobei sich auch abzeichnet, dass sich Parteien nicht in jedem Fall an einen Beschluss des Kreistages gebunden fühlen. „Wir hatten eine umfangreiche Elternbefragung. Ich erwarte, dass der Elternwille umgesetzt wird“, sagt Heiner Scholing für die Grünen im Kreistag. Für den Fall, dass das Votum anders ausfällt, werde man weiter für Veränderungen einstehen. „Es soll keiner glauben, dass das Thema in der Schublade verschwinden wird“, so Scholing.

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