Von Woche zu Woche

Schulen – ein schwieriger Spagat

Am Montag nun werden also die Eltern aus erster Hand informiert. Nach wochenlangen Diskussionen, Protesten und Gerüchten soll auf einer Bürgerversammlung aufgeklärt werden, welche sieben Varianten für eine künftige Grundschulstruktur die Uelzener Stadtpolitik derzeit diskutiert.

Es ist eine Veranstaltung, die unter keinem guten Stern steht. Denn aus Sorge um Schulschließungen hat sich die Diskussion in den vergangenen Wochen derart hochgeschaukelt, dass man sich die Frage stellen muss, ob wirklich alle Protagonisten noch empfänglich für Argumente sind.

Es wurde nicht immer sauber argumentiert – diesen Vorwurf müssen sich sowohl Eltern als auch Stadtverwaltung gefallen lassen. So wird man im Rathaus nicht müde zu betonen, dass die von der Arbeitsgruppe ausgearbeiteten Varianten lediglich Grundlage für eine völlig offene Diskussion seien. Doch das ist, man muss es so formulieren, nicht die Wahrheit. Vielmehr hat diese Arbeitsgruppe, die sich aus Politik, Verwaltung, Schulen, Eltern und Schulbehörde zusammensetzt, eindeutige Empfehlungen ausgesprochen. Sie favorisiert mit 15 Punkten zwei Varianten, die die Schließung der Grundschulen Molzen und Veerßen beeinhalten. Die nächsten Vorschläge bekamen dann nur noch zwischen drei und sechs Punkten. Diese Einschätzung wird die Kommunalpolitik, die das letzte Wort hat, nicht einfach wegwischen können.

Aber auch Elternvertreter werden ihrer Verantwortung nicht gerecht. Wenn, wie in Westerweyhe, mit falschen Tatsachenbehauptungen Stimmung bei Eltern gemacht wird, dann dient das weder dem Anliegen noch einer Versachlichung der Diskussion.

Montag gibt es also nun die große Informationsveranstaltung, danach liegt der Ball bei der Stadtpolitik. Und die ist um ihre Aufgabe nicht zu beneiden. Es ist ein Spagat, einerseits dem demografischen Wandel Rechnung zu tragen und andererseits die Lebensqualität in den Ortschaften zu erhalten. Eine Entscheidung, mit der man keine Pluspunkte sammeln kann.

Die Lösung kann aber auch nicht sein, sich zu drücken, wie es jüngst im Samtgemeinderat Aue geschehen ist. Als es um die Schließung der Grundschule Lüder ging, enthielten sich dort gleich zwölf (!) Ratsmitglieder. Sie bewiesen damit, dass sie der Verantwortung, die ihnen der Wähler aufgetragen hat, nicht gewachsen sind.

Von Thomas Mitzlaff

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