Protest immer lauter

Schulelternrat Veerßen kündigt Aktion vor Rathaus an und startet Online-Petition

 Ein Junge hält in einer ersten Klasse an einer Grundschule mit Wechselunterricht eine Karte mit einer Gewitterwolke hoch.
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Gewitterwolken im übertragenen Sinne haben sich längst über der Grundschule Veerßen zusammengebraut. Die Debatte um die Zukunft des Standortes und um die drohende Abschaffung des erweiterten Schulbezirkes wird leidenschaftlicher.
  • Lars Becker
    vonLars Becker
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Kritik an der Stellungnahme der Stadt, Online-Petition und sichtbarer Protest am kommenden Samstag vor dem Rathaus: Der Elternrat der Grundschule Veerßen kämpft leidenschaftlich für den „status quo“.

Uelzen – Die Debatte um die mögliche Wiederabschaffung des erweiterten Schulbezirks Veerßen und um die vermeintliche Garantie für den Standort der Bildungseinrichtung an der Feldstraße wird zwischen der vergangenen Schulausschuss- und der bevorstehenden Ratssitzung am 22. März zunehmend leidenschaftlicher geführt.

Der Elternrat der Grundschule Veerßen äußert sich nicht nur kritisch zur Pressemitteilung der Hansestadt Uelzen vom vergangenen Freitag, in der von einer „doppelten Absicherung“ des Schulstandortes die Rede gewesen war (die AZ berichtete). Zusätzlich hat er für kommenden Sonnabend (13. März) eine Protestveranstaltung angekündigt und am vergangenen Wochenende eine Online-Petition zum Erhalt des erweiterten Schulbezirks Veerßen gestartet, die bereits mehr als 440 Personen unterzeichnet haben. Dafür spricht sich in einer Stellungnahme auch Ernst von Estorff, Ortsbürgermeister für Hansen und Veerßen, aus.

Elternrat spricht von „trügerischer Sicherheit“

Der Elternrat bezeichnet die von der Stadtverwaltung angeführten Geburtenzahlen von durchschnittlich 18 Kindern bis ins Schuljahr 2026/2027 als „trügerische Sicherheit“. Eine Beruhigung für Eltern und Kollegium sei diese Darstellung nicht. Denn: „In den nächsten drei Jahren betragen die möglichen Erstklässler laut Geburtenstatistik 17, 16 und 16 Kinder. Diese Kinder werden aber nicht alle in Veerßen eingeschult, da es immer Eltern gibt, die eine Nachmittagsbetreuung benötigen und daher auf eine der großen Ganztagsgrundschulen ausweichen“, so Sandra Ohst für den Veerßer Elternrat.

In diesem und letzten Jahr betrug die Abwanderungsquote, gemessen an der Geburtenstatistik, laut Ohst jeweils circa ein Drittel. „Und in den beiden ersten und zweiten Klassen sind derzeit jeweils nur elf Kinder aus dem Veerßer Stammbezirk. Daher befürchten wir, aufbauend auf der gleichen unsicheren Planungsgrundlage nur pessimistisch betrachtet, für die nächsten Jahre eher einen Durchschnitt von zwölf Kindern aus Veerßen. Denn erst 2025 folgt ein geburtenstarker Jahrgang mit 22 Kindern.“

Ortsbürgermeister gegen „Rolle rückwärts“

Diese Durststrecke sei es, die den Eltern Sorgen mache, weil bereits dieses Jahr maximal 13 Kinder eingeschult würden, falls der erweiterte Schulbezirk zurückgenommen werde. „Bereits jetzt liegt doch der Grund für die ganze Debatte in den Kosten, die ein Anbau oder ein Container verursachen würde. Warum sollte es in drei Jahren bei einem eventuellen Ausbau zur Ganztagsgrundschule auf einmal ganz anders aussehen“, fragt der Elternrat weiter. Die einzig wahre Bestandsgarantie bestünde in der Beibehaltung des erweiterten Schulbezirks, damit Veerßen Abwanderungen ausgleichen könne.

Ortsbürgermeister Ernst von Estorff führt aus: „Eine Rolle rückwärts würde die Schule erheblich schwächen und ihren langfristigen Erhalt ohne Not aufs Spiel setzen. Von einer drohenden Zweizügigkeit in Veerßen sind wir weit entfernt.“ Ob durch die Rücknahme die Planbarkeit von Schülerzahlen für die Lucas-Backmeister-Schule (LBS) deutlich verbessert werde, sei ebenfalls fraglich. Denn von den 58 Kindern aus dem Stammschulbezirk der LBS, die an anderen Schulen unterrichtet werden, besuchten nur 24 die Schule Veerßen.

Infostand und Präsenz auf dem Herzogenplatz

Von Estorff und der Elternrat betonten erneut, dass vermeintliche „Garantien“ keine seien, weil solche Beschlüsse jederzeit vom Rat gekippt werden könnten. „Alle Beteiligten sollten sich bewusst sein: Es geht hier um Kinder, nicht um den Füllstand von Schulgebäuden“, erklärt CDU-Bürgermeisterkandidatin Wiebke Köpp, die sich mit den Christdemokraten dafür ausgesprochen hat, den erweiterten Schulbezirk zu erhalten.

Wie Sandra Ohst erläutert, wollen am Sonnabend Eltern ab 10.30 Uhr auf dem Herzogenplatz corona-konform mit einem Infostand Präsenz zeigen, wie in Veerßen selbst Flyer verteilen und Unterschriften sammeln.

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