Von Woche zu Woche

Schule: Politik beginnt von vorn

Die Politik muss in diesen Wochen wichtige Entscheidungen treffen. Es geht um die Zukunft der Uelzener Familien und damit auch um die Entwicklung der Stadt.

Die Arbeitgruppe zur Zukunft der Grundschulen hat sich anderthalb Jahre lang mit dem Thema Ganztagsbetrieb beschäftigt. Es sind Daten zusammengetragen worden, die der Rangliste ihrer Vorschläge zugrunde liegen sollten.

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Doch was ist aus den Vorschlägen geworden? Die Experten-Meinung wurde wochenlang hinterfragt – und dann das Thema auf Eis gelegt, weil man doch erst einmal wissen wollte, was die Eltern sich eigentlich wünschen. Nachdem nun wieder ein halbes Jahr vergangen ist, stehen die Ratsleute so ziemlich genau am selben Punkt wie am Anfang: Sie legen die Daten der Arbeitsgruppe unterschiedlich aus – und die Mitglieder erklären schon jetzt, frei abzustimmen und nicht an die Anträge ihrer Gruppen gebunden zu sein.

Die einen berufen sich auf Zahlen über Klassen und vorhandene Schulräume, die anderen berufen sich auf die Wünsche der Eltern vor Ort und auf die Ziele, die sie für die jeweiligen Einzugsgebiete der Schulen erreichen wollen.

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SPD und UWG wollen die Sternschule, Lucas-Backmeister-Schule und die Grundschule Oldenstadt zu offenen Ganztagsgrundschulen machen. CDU/Grüne die Sternschule, Lucas-Backmeister-Schule und Hermann-Löns-Schule – und, wenn die Anmeldezahlen es rechtfertigen, die Grundschule Holdenstedt. Piraten/Bündnis 21/RRP/FR will sich auf die drei Kernstadtschulen beschränken. Und als einzelnes Ratsmitglied könnte Susanne Niebuhr (WIR für Uelzen) hinter dem SPD/UWG-Antrag stehen – wenn das denn auch bedeutet, dass schon direkt zum Sommer die Grundschulen geschlossen werden, die nicht genug Anmeldezahlen vorweisen können.

Ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Die Molzener, Veerßener und Holdenstedter (alle CDU) setzen sich für den Erhalt ihrer jeweiligen Schule ein, gegebenenfalls sogar für den Ausbau zur Ganztagsschule. Im Vorschlag der CDU findet Holdenstedt – unter bestimmten Voraussetzungen – Berücksichtigung. Im Vorschlag der SPD/UWG hingegen Oldenstadt, wo der Vorsitzende der SPD/UWG-Gruppe der Ortsbürgermeister ist. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Wichtig ist, dass der Beschluss noch in diesem Jahr fällt. Denn 2016 sind wieder Kommunalwahlen, und solch ein Thema sollte möglichst objektiv entschieden werden.

Von Diane Baatani

Rubriklistenbild: © Ph. Schulze

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