Skepsis bei Abschussquote

Schützenhilfe für Uelzens Wälder: Junge Bäume sollen vor Wild bewahrt werden

Zu viel Wild – hier eine Gruppe Rotwild – gefährdet den Umbau der Wälder von Monokulturen zu Mischwäldern. Mithilfe von Jägern sollen junge Gewächse vor Verbiss geschützt werden.
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Zu viel Wild – hier eine Gruppe Rotwild – gefährdet den Umbau der Wälder von Monokulturen zu Mischwäldern. Mithilfe von Jägern sollen junge Gewächse vor Verbiss geschützt werden.

Uelzen/Landkreis – Mehr Abschüsse für mehr Wald: Das sieht die geplante Novelle des Bundesjagdgesetzes vor, um junge Mischwälder vor dem Verbiss von Rehwild zu schützen.

Statt einer behördlichen Vorgabe sollen sich Waldbesitzer und Jäger künftig selbst über die Abschussquote einigen.

„Das ist sicherlich sehr sinnvoll“, sagt Forstamtsleiter Armin Menge, der im Rahmen seiner Arbeit auch bei den Waldmärkern die privaten Waldbesitzer im Landkreis Uelzen betreut. „Die alte Abschussregelung ist eine recht starre.“ Laut Menge reicht die bisherige Höchstgrenze an Abschüssen wegen des hohen Rehbestandes nicht aus. Die Folge seien künstliche Schutzmaßnahmen wie Wildschutzzäune, die aber wiederum hohe Kosten verursachen würden.

Diese Zäune sieht auch Stadtförster Thomas Göllner kritisch. Zu Beginn der Umbaumaßnahme von Monokulturen zum Mischwald seien sie zwar nötig, würden aber später Lebensraum für weitere Bäume wegnehmen. Ein ausgewogener Rehbestand sei daher notwendig, da laut Göllner auch für die Rehe selbst die Kontrolle der Wildbestände wichtig ist. Denn bei einer zu hohen Population könnten auch Wildkrankheiten auftreten.

Herausforderungen sehen Menge und Göllner bei der Ermittlung der Abschussquote, wenn die Interessen von Waldbesitzern und Jägern aufeinandertreffen. Während der Waldbesitzer meist ein möglichst ungestörtes Wachstum der Bäume gewährleisten will, unterstützen Jäger oftmals eher einen höheren Wildbestand, um Jagderfolge zu erzielen.

Erschwerend hinzu kommt laut Menge die komplizierte Berechnung des Wildbestandes, bei der die Zuwachsschätzung und die aktuelle Bestandsuntersuchung eine Rolle spielen. „Meistens unterschätzt man die Rehwilddichte“, meint Menge. Auch Göllner erklärt, dass die Bejagung umso schwerer werde, desto mehr Mischwald vorhanden sei, da sich das Wild so mehr verteile. Eine geeignete Abschussquote zu ermitteln, sei daher schwierig.

Für Armin Menge wäre die „Liberalisierung der Abschusspläne“ ein Schritt in die richtige Richtung. Die endgültige Abschussquote sollte laut dem Forstamtsleiter aber im Ermessen des Jägers liegen. VON DANIEL BIELING

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