Regelung zu Grundschulschließungen könnte zum ersten Mal in zwei Jahren greifen

Erster Grundschule im Stadtgebiet droht das Aus

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Im vergangenen Jahr waren es 19 Erstklässler an der Grundschule Molzen, in diesem sind es noch vier. Durch die Schülerentwicklung droht der Bildungseinrichtung das Aus.

Uelzen. Die im Frühjahr von der Stadtpolitik beschlossene Regelung für das Aus von Grundschulen im Stadtgebiet könnte in zwei Jahren bereits zum ersten Mal greifen.

Für das kommende Schuljahr nach den Sommerferien wurden vier Erstklässler für die Grundschule in Molzen angemeldet. Und aus einer Schülerprognose der Stadt, die sich an den Geburtszahlen orientiert, geht hervor, dass es im darauffolgenden Schuljahr 2016/17 neun Erstklässler in Molzen geben soll – zu wenige Einschulungen für einen Erhalt der Bildungseinrichtung.

Denn werden in zwei aufeinanderfolgenden Jahren jeweils weniger als 13 Schüler aus dem Stadtgebiet in die 1. Klasse einer Schule eingeschult, findet ab dem darauffolgenden Jahr keine Einschulung mehr an der Schule statt. Die Schule wird dann schnellstmöglich geschlossen.

An ein drohendes Aus der Schule verschwende sie noch keine Gedanken, sagt Molzens kommissarische Schulleiterin Bärbel Brandt im AZ-Gespräch. „Wir beschäftigen uns mit dem Unterricht. Wir wollen die Qualität hoch halten“, sagt sie. Außerdem: Noch sei nicht sicher, dass die Schule tatsächlich geschlossen werde. Die Schülerzahlen für 2016/17 könnten andere werden als bisher in der Prognose angegeben.

Der Ortsrat von Molzen, Riestedt, Masendorf hofft, wie berichtet, mit einer Erweiterung des Schulbezirkes durchzukommen, die die Bildungseinrichtung vor einer Schließung retten könnte. Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet sollen ohne Genehmigungsverfahren in Molzen unterrichtet werden können. Allerdings bestünde mit der Neuregelung ein Anrecht auf eine Schülerbeförderung für die zusätzlichen Schüler aus anderen Gebieten. Mehrkosten in sechsstelliger Höhe könnte dies nach sich ziehen, erklärte bereits der Landkreis als Träger der Schülerbeförderung.

Die Uelzener Stadtpolitik tut sich schwer mit einer Entscheidung; der Verwaltungsausschuss, das zweithöchste politische Gremium nach dem Stadtrat, hat den Vorstoß in dieser Woche zurück in die Fraktionen verwiesen. Ein eigentlich vorgesehener Beschluss während der Stadtratssitzung am kommenden Montag ist damit unwahrscheinlich.

Ungeachtet der Frage, ob die Grundschule in Molzen über die nächsten zwei Jahre hinaus erhalten bleibt, ändert sich mit den geringen Anmeldezahlen der Unterricht an der Bildungseinrichtung. Für die vier Erstklässler ab Herbst wird keine eigene Klasse gebildet, sie werden zusammen mit den Mädchen und Jungen der zweiten Klasse unterrichtet. Bei diesem Modell würden in den Fächern Deutsch, Mathe und Sachkunde zwei Lehrer die Schüler betreuen, schildert Schulleiterin Bärbel Brandt. Dieses Unterrichtsmodell werde genutzt, damit die neuen Erstklässler soziale Kontakte in einer größeren Gruppe knüpfen könnten.

Von Norman Reuter

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