Elternanteil steigt

Schülerbeförderung nach Lüneburg oder Clenze: Landkreis Uelzen springt teilweise ein

Kinder, die bisher schon zur KGS Clenze zur Schule gehen und aus dem Landkreis Uelzen kommen, bekommen weiterhin einen Zuschuss von bis zu 1400 Euro für die Schülerbeförderung.
+
Kinder, die bisher schon zur KGS Clenze zur Schule gehen und aus dem Landkreis Uelzen kommen, bekommen weiterhin einen Zuschuss von bis zu 1400 Euro für die Schülerbeförderung.

Uelzen/Landkreis – Mit Einführung des HVV-Tarifs sind Schülerjahreskarten merklich günstiger geworden. Die teuerste kostet jetzt noch rund 500 Euro. Doch des einen Freud ist des anderen Leids.

Denn Eltern die ihre Kinder außerhalb des Landkreises nach Lüneburg oder Clenze zur Schule schicken, hätten aufgrund der Richtlinien plötzlich 980 Euro weniger erstattet bekommen.

Um erwartete wirtschaftliche Härtefälle zu verhindern, hat der Schulausschuss daher jetzt empfohlen, diese Differenz für Schüler, die bereits jetzt außerhalb des Landkreises unterrichtet werden oder dort dieses Schuljahr eingeschult werden, zu erstatten.

Es sei wichtig, mögliche Härtefälle aufzufangen, erklärte Sachbearbeiter Kai Karl. Die Eltern hätten den Zuschuss in der ursprünglichen Höhe eingeplant. Und 900 Euro, die in der Kasse fehlten, seien nicht von unerheblich. Die Regelung wird den Landkreis 428 000 Euro im Laufe der nächsten sechs Jahre kosten. Davon entfallen 106 000 Euro auf den aktuell eingeschulten Jahrgang, deren Eltern die tatsächliche Höhe der Kosten zum Zeitpunkt der Entscheidung noch nicht bekannt gewesen sei.

Alle Kinder, die ab dem kommenden Schuljahr 2021/2022 außerhalb des Landkreises eingeschult werden, erhalten dann den geringeren Zuschuss in Höhe von rund 500 Euro. In der Folge wird ein Schulbesuch außerhalb des Landkreises finanziell schwieriger.

„Ob das wirklich gerecht ist, weiß ich nicht“, erklärte Karsten Jäkel (CDU) mit Blick auf die Übergangslösung. Aber man dürfe die Eltern nicht im Stich lassen, denen plötzlich weniger Geld als geplant zur Verfügung steht. Denn sie hätten sich eben auch auf die Höhe der Zuschüsse verlassen.

„Wir sollten es machen, weil wir die Eltern unterstützen sollten“, sagte Léonard Hyfing (FDP). Er hoffe auch auf den Steuerungseffekt durch den geringeren Zuschuss, sodass in Zukunft weniger Kinder außerhalb des Landkreises zur Schule gehen werden und im Landkreis Uelzen die Anmeldungen zunehmen werden.

„Vielleicht sollten wir uns eher fragen, wie wir unsere Schulen attraktiv gestalten und man keine finanziellen Zwänge braucht, um die Schüler im Landkreis zu halten“, erklärte Mike Finke, Vorsitzender des Kreiselternrates. Denn die Ursachen solcher Abwanderungen seien zumeist Probleme vor der eigenen Haustür und müssten gelöst werden. VON LARS LOHMANN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare