Dinosaurier und Datenspuren

Schüler des Lessing-Gymnasiums entwickeln Spiel für IdeenExpo

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Vanessa Schütz mit dem selbst gebauten Hammer und den selbst gestrickten Beuteln.

Uelzen – In nur zehn Minuten kann man einen Kunden komplett durchleuchten. Anhand des Kaufverhaltens lassen sich etwa Informationen über den Gesundheitszustand und die persönlichen Vorlieben in den unterschiedlichsten Bereichen herausfinden – online.

Das wollen Schüler des Lessing-Gymnasiums in Uelzen beweisen und haben dazu ein elektronisches Spiel entworfen, das sie ab Sonnabend, 15. Juni, auf der IdeenExpo in Hannover vorstellen werden.

Julian Nitzsche programmiert an Computer, Tablet und „Raspberry PI“.

„Wir wollen zeigen, wie viele Datenspuren man in einem zehnminütigen Spiel hinterlassen kann“, sagt Julian Nitzsche. „Deshalb heißt das Spiel T-Race.“ Das komme von Trace, dem englischen Wort für Spur. „Und T-Race dann wegen T-Rex, dem Dino, der unser Logo ist“, erklärt der 15-Jährige. Das Thema ist wichtig und kommt an. Außerdem ist es keineswegs selbstverständlich, bei der IdeenExpo in Hannover auszustellen. Nur die besten Bewerbungen werden angenommen.

Julian sitzt vor einem Computer, an dem weitere kleinere Gerätschaften angeschlossen sind, unter anderem ein Tablet. Aber auch ein sogenannter „Raspberry PI“, ein Einplatinencomputer, auf dem das Spiel mitunter stattfindet. „Wir haben hier jetzt eine NFC-Antenne zum Kartenlesen und diese Touch-Sensoren angeschlossen“, erzählt der Schüler. Das Spiel findet nämlich keineswegs nur im „Cyberspace“ statt. Auch ein Hammer kommt zum Einsatz – später.

„Jeder Spieler erhält eine Karte, auf der sein Name gespeichert wird. Das liest diese Antenne dann aus.“ Der Name sei unerlässlich, eine dringende Information, die das Spiel benötigt, um zu starten. „Mit den Touch-Sensoren kann der Spieler entscheiden, was er kaufen möchte“, sagt Julian und zeigt die Symbole auf den Sensoren, die Nahrungsmittel darstellen. Die Auswahl beeinflusse dann eine „Lebensleiste“. Diese zeige an, was der Spieler benötige, zum Beispiel Nahrung oder Fitness. Felicitas Busse kommt hinzu und zeigt noch die Spiele-Anleitung – vier ganze Seiten lang.

Einen Meter weiter hocken mehrere Schüler am Boden, unter Tischen. Die Zwillinge Michel und Malte Hancl, Jakob Dubberke, Florian Lubstein und Vanessa Schütz basteln an „Schlag den Dino“ herum. Auch hier ist der T-Rex Programm. Dieser wird mit einem Beamer auf eine Leinwand projiziert und muss dann mit einem Hammer getroffen werden. Ein Reaktionsspiel. „Der Hammer besteht aber nur aus einem Schwamm mit Klebeband umwickelt. Das Spiel soll ja öfter als ein Mal gespielt werden können“, sagt Vanessa Schütz und lacht. Malte Hancl erklärt: „Unter der Leinwand ist Alufolie und stromleitende Farbe verarbeitet. Jeder Hammerschlag verursacht einen Kurzschluss, der vom Computer registriert wird.“ Es gehe um Punkte bei dem Spiel, denn „das ist der Casino-Bereich. Alles zusammen soll eine Einkaufspassage sein“, führt Vanessa weiter aus.

Einfach alles wird hier selbst hergestellt. So kommen Spiel-Chips aus dem 3-D-Drucker und kleine Beutel, um diese zu verstauen, hat die 15-Jährige selbst gestrickt.

Allen im Raum ist die Begeisterung für ihre Projekte anzusehen und auf die Frage, was er denn mal werden wolle, antwortet Julian Nitzsche trocken: „Alles!“

VON ANDREAS URHAHN

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