Bauausschuss empfiehlt verkehrsberuhigte Zone in den Marktstraßen

Im Schritttempo durch Uelzens Innenstadt

Die Tempo-10-Zone in den Uelzener Marktstraßen soll in eine verkehrsberuhigte Zone umgewandelt werden.
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Die Tempo-10-Zone in den Uelzener Marktstraßen soll in eine verkehrsberuhigte Zone umgewandelt werden.

Uelzen – Zehn Stundenkilometer – mehr sind derzeit nicht auf den Uelzener Marktstraßen erlaubt. Dabei ist die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht unumstritten, in Berlin wurde eine entsprechende Zone bereits durch ein Gericht gekippt.

Darauf will sich auch die Hansestadt Uelzen vorbereiten.

Das Thema wurde jetzt auf der Sitzung des Bauausschusses diskutiert. Ergebnis: Die Marktstraßen sollen in einen verkehrsberuhigten Bereich, auch Spielstraßen genannt, umgewandelt werden. Auch die Schmiede- und die Rademacherstraße wären hiervon betroffen. Dort müssten jedoch noch die Bordsteine abgesenkt werden.

„Aus unserer Sicht hat das nur Vorteile“, betonte Uelzens Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull. So würden keine Umbaukosten entstehen, lediglich die Schilder müssten ausgetauscht werden. Außerdem könne auf diese Weise der Durchgangsverkehr in der Innenstadt weiter gesenkt werden.

„Der große Unterschied ist, dass die Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind“, erklärte Scheele-Krogull weiter. So könnten Fußgänger auch die Straßen nutzen, solange sie die Autofahrer nicht behindern. Diese wiederum würden Rücksicht nehmen, da in Spielstraßen nur Schrittgeschwindigkeit von fünf bis acht Stundenkilometern erlaubt ist. Ein weiterer Vorteil: Die Parkflächen würden erhalten bleiben.

Rainer Schimmel, beratendes Ausschussmitglied, schlug zudem vor, in einem weiteren Schritt auch die Achterstraße, die Hoefftstraße und die Rosenmauer zu beruhigen. Dieser Vorschlag wurde in die Empfehlung an den Verwaltungsausschuss aufgenommen. Laut Schimmel haben die blauen Schilder einer Spielstraße „eine unheimlich bremsende Wirkung“. Der Autofahrer fühle sich so vielmehr als Gast auf den Straßen.

Christian Mocek (CDU) sprach sich klar gegen eine Verkehrsberuhigung aus: „Ich bin der Meinung, dass wir die Innenstadt absolut unattraktiv machen.“ Die Fahrradfahrer würden fahren, wie sie wollen, während die Autofahrer die innerstädtischen Geschäfte meiden würden.

Letztlich wurde der Entwurf der verkehrsberuhigten Zone mit neun zu zwei Stimmen angenommen. Damit setzte er sich gegen zwei weitere Varianten durch: Die Aufhebung der Tempo-10-Zone zugunsten einfacher Schilder für eine Höchstgeschwindigkeit von 10 Stundenkilometern oder die Einführung einer Tempo-20-Zone.

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