VON WOCHE ZU WOCHE: Konsumwahnsinn an Ostern – Kommentar von AZ-Redakteur Andreas Urhahn

Ist schon wieder Weihnachten?

Feiertagsprospekte kenne ich sonst nur aus der Weihnachtszeit. Die besondere Speise, das edle Tröpfchen und natürlich – Spielzeug. Jetzt gibt es sie auch zu Ostern.

Kommt es mir nur so vor oder wird vermehrt vom (Einzel-)Handel daran gearbeitet, das Fest im Frühling kommerziell auszubauen? Oder sind es am Ende die Kunden, die das vielleicht sogar fordern? Also wir alle – inspirieren wir den Handel durch unser Konsumverhalten?.

Wofür ich mich früher nur als Kind interessierte, das ist mit voller Wucht zurück in mein Leben gekommen – seit ich selbst Vater bin. Klar, die Kleinen sind anfällig für die Werbung, sie müssen alles haben, am besten schon vorgestern. Und natürlich liebe ich es, meinen Kindern Gefallen zu tun, die strahlenden Augen und fröhlichen Gesichter zu sehen, wenn sie ihre Wünsche erfüllt bekommen. Doch ich habe auch eine Verantwortung ...

In meiner Kindheit, und nein, früher war keinesfalls alles besser, bauten wir ein kleines Nest, in das der „Osterhase“ dann ein paar Süßigkeiten legte. Ein Spielzeug war maximal als Inhalt eines Überraschungs(oster)eis dabei. Und das reichte. Heute bekommen die Kleinen ein Spielzeug von den Eltern, eine CD von der Oma und ein Buch von dem Opa. Dann kommen gegebenenfalls noch Paten, Tanten und Onkel hinzu. Wohin führt das?

Und damit zurück zu meiner Verantwortung. Ich will und muss meine Kinder erziehen und dazu gehört auch, dass die Kleinen lernen zu verzichten. Die ständige Verfügbarkeit, der Überfluss, an den wir uns gewöhnt haben, sind vorgegaukelt. Die Kinder müssen verstehen, dass sie nicht alles haben können – ja, dass sie nicht alles brauchen. Wie sollen sie sonst später als Erwachsene entscheiden können, was wirklich wichtig ist?

Gerade im Hinblick auf die Zukunft, in der es immer mehr Menschen geben wird, diese aber immer weniger Ressourcen verwenden dürfen und Nachhaltigkeit unablässlich sein wird. Wir müssen unsere Kinder darauf vorbereiten.

VON ANDREAS URHAHN

Rubriklistenbild: © dpa

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