Frühjahrsputz in Uelzen

Schon mittags 40 Säcke Müll

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Aufräumen macht hungrig: Im Schnellenviertel belohnten die Schnellenmarkt-Initiative die fleißigen Helfer, die ihre Mülltüten abgelegt hatten, mit Bratwurst.

Uelzen. Fröhlich gings beim Uelzener Frühjahrsputz zu. Während sich die Langschläfer beim Infostand der Stadt noch mit Handschuhen, Zange und Müllbeutel versorgten, kamen die Frühaussteher schon mit Müllbeuteln voller Hinterlassenschaften fremder Menschen aus Büschen, Ecken und Gossen der Innenstadt zurück. 

Bis Mittag waren es schon über 40 Säcke, die von den Mitarbeitern der Abfallwirtschaft in dem großen Müllwagen verladen wurden. Alle paar Minuten schob das Sperrmüllfahrzeug die zusammengepressten Säcke in seinen riesigen Schlund. „Mit über 200 Tonnen Kraft“, bestätigten die Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsbetriebes (AWB) Hans-Günther Tegtmann und Uwe Behle, „da geht richtig was rein“.

Die Säcke aus den Ortsteilen kommen noch hinzu und heute kommt der Wagen in der Deponie auf die Waage. „Dann wissen wir genau, wie erfolgreich die Uelzener bei ihrem Frühjahrsputz in diesem Jahr waren“, sagt der Einsatzleiter des AWB, Jörg Otto.

Über 850 Uelzener beteiligten sich dieses Jahr am Frühjahrsputz in Uelzen. Viele angemeldete Gruppen kamen gar nicht erst zum Rathaus, sondern trafen sich schon an den verabredeten Sammelorten. „Das hat sich in den Jahren nun schon so gut eingespielt“, sagte Stadtsprecherin Ute Krüger, die vor dem Rathaus die Listen weiterer angemeldeter Gruppen organisierte.

So fröhlich kann Putzen sein: Tamino Pohle und Mika Rode ließen sich Müllbeutel, Handschuh und Zange aushändigen.

Tamino Pohle und sein Freund Mika Rode, der an diesem Vormittag aus Göttingen zu Besuch kam, gehörten zu den ersten Helfern, die am Sonnabend früh am Info-Stand auf dem Rathausplatz Handschuhe, Zange und Müllbeutel entgegen nehmen. Sie waren auf keiner Liste, sondern entschlossen sich spontan „für ein sauberes Uelzen“. Nach diesem Motto gingen Bürgermeister Otto Lukat und die Leiterin des Abfallwirtschaftbetriebes wieder mit gutem Beispiel voran. Mit Müllbeutel, Handschuh und Zange ausgestattet hatten sich beide das Terrain rund ums Kreishaus vorgenommen. Am Schnellenmarkt wartete auf die Helfer mit den vollen Müllbeuteln schon ein Bratwurststand. Eine spontane Idee der Schnellenmarkt-Initiative, die nicht nur Anwohner, Geschäftsinhaber, sondern auch Nachbarn und Gäste mitreißt, freut sich Frank Krämer, der gegen Mittag flugs die Abfall- mit der Bratwurstzange tauschte.

Schon zwei Stunden vor dem offiziellen Start gaben sich die Schrotttrommler aus Lüneburg auf dem Herzogenplatz alle Mühe, um auf den Frühjahrsputz Uelzen aufmerksam zu machen. Mehrere Male zogen sie durch die Marktstraßen und erinnerten den einen oder anderen daran, dass er sich an der Aktion beteiligen wollte. „Ich erziehe meine Kinder dazu, ihre Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen“, sagt eine Mutter, die mit ihren beiden Kindern Eis essend dem Treiben auf dem Rathausvorplatz zusah. Sie bräuchten nicht noch fremder Leute Abfälle wegzuräumen, wenn sie ihren eigenen Dreck immer ordentlich wegmachen. „Wenn ich mal was liegen sehe, hebe ich es trotzdem auf“, nickte die umsichtig erzogene Grundschülerin.

Von Angelika Jansen

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