Schon mehr als 900 Anträge

Im Kreis Uelzen beziehen sich viele Anträge im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets auf Zuschüsse für den persönlichen Schulbedarf. Foto: dpa

Uelzen/Landkreis. Das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes, das Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre aus Familien mit geringem Einkommen finanziell unterstützt, wird im Kreis Uelzen rege nachgefragt.

Diese Zwischenbilanz zog Sozialamtsleiter Werner Marienfeld jetzt im Kreis-Sozialausschuss. „Bis zum 8. Juni lagen uns 912 Anträge auf Zuschüsse vor“, berichtete er. Insgesamt rund 4000 Personen seien kreisweit leistungsberechtigt.

Seitdem das Bildungs- und Teilhabepaket Ende März bundesweit gestartet ist, wurden im Kreis Uelzen 509 Anträge für Personen gestellt, die Arbeitslosengeld (ALG) II erhalten. Weitere 391 Anträge entfielen laut Marienfeld auf Bezieher von Leistungen nach dem Bundeskindergeldgesetz. Hinzu kamen zehn Anträge für den Bereich der Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter und Erwerbsminderung sowie zwei Anträge von Asylbewerbern.

Das von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen initiierte Paket sei im Kreis Uelzen „mehr als gut angelaufen“, erklärte Marienfeld. Die meisten eingereichten Anträge bezögen sich auf Zuschüsse für Klassenfahrten, gefolgt von Leistungen für die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben, etwa für Ferienfreizeiten oder die Vereinsmitgliedschaft in den Bereichen Sport, Spiel, Kultur und Geselligkeit. Auch finanzielle Unterstützung für den persönlichen Schulbedarf wie Ranzen, Stifte, Füller, Taschenrechner und Sportuntersilien seinen vermehrt beantragt worden, ebenso Geld für Mittagessen in Schulen und Kindertagesstätten, sagte der Sozialamtsleiter.

Für alle Leistungen der Bildung und Teilhabe ist für jedes Kind ein separater Antrag erforderlich. Lediglich der persönliche Schulbedarf muss bei bereits laufendem Bezug von Sozialhilfe und ALG II nicht gesondert beantragt werden. Die Bundesregierung hat die Frist, nach der Zuschüsse rückwirkend beantragt werden können, bis zum 30. Juni verlängert. Wer seinen Antrag bis dahin stellt, kann Nachzahlungen aus dem Paket für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Mai geltend machen. Wer danach seinen Antrag einreicht, erhält die Zahlungen nur noch ab dem Datum der Antragstellung. Die Kosten für die Leistungen und die damit verbundene Arbeit der kommunalen Verwaltungen übernimmt der Bund.

Für den Landkreis Uelzen sei es „ein Kraftakt, das Bildungs- und Teilhabepaket umzusetzen“, sagte Marienfeld. Es gebe dabei einen hohen Beratungsbedarf, aber auch die Notwendigkeit der Informationsaustausches der Verwaltungsmitarbeiter. Marienfelds Fazit: „Es ist ein dickes Brett, das bearbeitet werden muss.“

Von Bernd Schossadowski

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