Verein Bahnhof 2000 braucht 10 000 Euro extra, um Projektladen weiterführen zu können

Ist der Zug schon abgefahren?

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Der Projektladen im Hundertwasser-Bahnhof ist eine wichtige Anlaufstelle für Touristen. Ariane Schmäschke vom Verein Bahnhof 2000 erklärte jetzt, dass der Laden ohne einen Extra-Zuschuss in Höhe von 10 000 Euro nicht fortgeführt werden kann.

Uelzen. Ein Bahnhof, so schön wie ein Märchenschloss. So wird die größte Uelzener Touristenattraktion auf ihrer Homepage den Besuchern angepriesen. Doch die Realität zeigt: Der Lack ist ab.

Ariane Schmäschke, Geschäftsführerin des Vereins Bahnhof 2000, nennt bei der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses der Stadt das Kind beim Namen: „Wir haben uns die Frage gestellt: 17 Jahre Hundertwasser-Bahnhof – hat sich das erledigt?“.

Im Gepäck hat Ariane Schmäschke eine konkrete Forderung: Der Verein benötigt von der Stadt einen Extra-Zuschuss von 10 000 Euro, denn „anders sehen wir keine Möglichkeit, die Touristen vor Ort zu bespielen. Dann müssen wir unseren Standort in der jetzigen Form aufgeben.“

Damit meint die Geschäftsführerin den Projektladen, in dem die Ehrenamtlichen die Touristen mit Info-Material über den Bahnhof und Uelzen versorgen und mit ihnen zu den einstündigen Führungen starten. Vor allem die seien laut Schmäschke ein wichtiger Multiplikator, wenn es darum geht, wieder mehr Touristen in den Bahnhof zu locken: „Wenn wir einzelne Touristen bei den Führungen gut betreuen, kommen sie das nächste Mal mit ihrem Tennisclub.“

Außerdem sei der Projektladen wichtig für den Tourismus in der ganzen Stadt. „Wir drücken jedem Besucher Info-Material über Uelzen in die Hand, was es für Sehenswürdigkeiten gibt und welche gastronomischen Angebote“, versichert Ariane Schmäschke.

Zwar glaube man noch immer an den Hundertwasser-Bahnhof als Touristenmagneten, doch mancher Mieter habe laut Schmäschke bereits mit dem Gedanken gespielt, den Bahnhof zu verlassen. „Und die Deutsche Bahn hat uns signalisiert, dass es sehr schwer werden würde, neue Mieter zu finden.“ Leerstehende Läden wären der endgültige Sargnagel für den Bahnhof als Touristenattraktion.

Diese Abwärtsspirale gilt es, aufzuhalten. Darin sind sich alle Mitglieder des Kulturausschusses einig. „Klar ist, dass der Bahnhof das Aushängeschild dieser Stadt ist“, betont Uelzens Erster Stadtrat Florian Ebeling. „Hier gibt es Handlungsbedarf.“ Das sieht auch Susanne Niebuhr („WIR für Uelzen), sie beantragt, den Extra-Zuschuss direkt im Verwaltungsausschuss zu beschließen, um Zeit zu sparen: „Das ist eine absolute Notsituation.“ Der Antrag wird von den Mitgliedern einstimmig empfohlen. „Wir sind sehr daran interessiert, dass der Bahnhof in seiner jetzigen Form weitergeführt wird“, versichert der Vorsitzende Fred Müller (SPD).

Von Sandra Hackenberg

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