Umbau am Alten Rathaus legt Portal an Südfassade frei

„Schöner Notausgang“

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Schmuckstück freigelegt: Maurer Markus Stein: „Als außen der Bogen sichtbar wurde, mussten wir sehr vorsichtig mit dem Stemmhammer innenliegende Tresorwand raushauen."

aja Uelzen. „Das hat uns alle umgehauen“, berichtet Manfred Schrodt von der überraschenden Entdeckung eines an der Südfassade des Alten Rathauses gelegenen Portals. „Mit so einem aufwändig profilierten gotischen Gewändeportal hatten wir nicht gerechnet. “.

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Inspektion und ein neuer Fund

Seine Begeisterung für diese „wirklich gelungene Überraschung“, die der Umbau des Alten Rathauses in der vergangenen Woche zutage förderte, ist ungebrochen. Beim schichtweisen Abtragen des Putzes war der Bogen schon früher sichtbar geworden. Auf alten Skizzen hatten die Fachleute zwar eine Öffnung erkannt. „Wir dachten aber, es handelte sich um ein Fenster, so wie es auf einem alten Foto zu sehen ist“, so Schrodt. Daher hatte man in der Planungsskizze für diese Stelle einen Notausgang vorgesehen. Als der obere Bogen sichtbar geworden war, legte man die Wand von der Mitte her frei und arbeitete sich an die linken und rechten Seiten heran. „Die Bauarbeiter auf dieser Baustelle wissen um die Bedeutung“, sagt Manfred Schrodt. Trotzdem war es für alle auf der Baustelle eine große Überraschung, als auf einmal diese „schönen Formsteine” zutage traten. „Mit hell und dunkel glasierten Steinen im Wechsel“, so Schrodt, „ähnlich gestaltet, wie es am Kirchturm der St.-Marien-Kirche zu erkennen ist.“

In dieser Weise wurde früher nur an besonders wichtigen Gebäuden gearbeitet. Auf einem alten Stich sei deutlich zu erkennen, dass vor der Südfassade des Alten Rathauses ein für damalige Verhältnisse großzügiger Platz war. Auf der einen Seite die Kirche und auf der anderen Seite begrenzte das Alte Rathaus den Platz. Weitere Gebäude standen damals etwas weiter entfernt. Die „Fünf Propheten“ seien erst später erbaut worden.

Das Portal soll möglichst so erhalten bleiben. Von dem ursprünglichen Plan, dort einen Notausgang zu erstellen, konnte man nun nicht mehr abrücken. „Es war uns leider nicht mehr möglich, den geplanten Notausgang zu verlegen“, erläutert Schrodt, „das hätte eine Änderung des Grundrisses erfordert.“ Fluchtwege und Treppen seien im Grundriss auf die Notausgänge ausgerichtet. In Abstimmung mit den Denkmalpflegern sollen in das freigelegte Südportal holzverkleidete Türen eingepasst werden, lautet der jetzige Plan. „Das wird ein selten schöner Notausgang.“

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