33 Schüler aus zwei Landkreisen beim Plattdeutsch-Lesewettbewerb

Schnacken für Region und Sprache

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Kaja Hildebrandt aus der Grundschule Himbergen durfte als Siegerin noch einmal für alle ihre Lieblings-Geschichte vortragen.

Uelzen. „Plattsnackers sind fröhliche Lüdd“, das zeigte sich beim Kreisentscheid des Niedersächsischen Plattdeutschen Lesewettbewerb.

Denn das, was die 33 Schüler aus Uelzen und Lüchow-Dannenberg am Donnerstagnachmittag in der Uelzener Pestalozzi-Schule vortrugen, waren allesamt plattdeutsche Geschichten, die ihre Zuhörer schmunzeln ließen. Daher gehört der betonte Vortrag der sinngemäß richtig erfassten Pointe ebenso zu den Bewertungskriterien wie die korrekte Aussprache. Das machte die Entscheidung für die Jury nicht leicht. Doch am Abend standen die neun Sieger des Kreisentscheids fest. Fünf Schüler aus dem Kreis Uelzen und vier Schüler aus Lüchow-Dannenberg werden zum Bezirksentscheid des Plattdeutschen Lesewettbewerbs im Juni nach Soltau fahren. Sie gehörten zu den 24 Siegern der elf Uelzener Schulen, die sich mit insgesamt 260 Schülern und den neun Siegern an fünf Schulen, die sich mit 22 Schülern aus Lüchow-Dannenberg an dem Plattdeutsch-Lesewettbewerb 2013 beteiligt hatten.

„Der Wettbewerb lebt vom besonderen Engagement der Menschen vor Ort“, betonte Wilhelm Bauck, Direktor Vertriebsmanagement der Sparkasse Uelzen-Lüchow-Dannenberg, deren Sparkassenstiftung den Landesentscheid für die Sieger aus allen Regionen Niedersachsens ausrichtet, bei der Begrüßung, „Sonst läuft es nicht.“ Lehrer und Schüler, aber auch Eltern und Großeltern zeigten dabei, dass es sich beim Niederdeutschen nicht um einen beliebigen Dialekt, sondern um eine eigenständige Sprache handele, so Bauck.

Der 13-jährige Jonas Olm von der Oberschule Lüchow erzählt, wie er die ersten Leseübungen vor Jahren, bei seinen Großeltern in Schreyhan geübt hatte, bevor er sich „damals noch als Drittklässler“ das erste Mal dem Wettbewerb stellte. „Die Aussprache übt sich besser ein, wenn man das Lautbild im Gehör hat“, sagt der Sieger seiner Altersgruppe, der sich schon auf die Fahrt nach Soltau freut.

Seit mehr als 20 Jahren veranstalten die niedersächsischen Sparkassen den Plattdeutschen Lesewettbewerb. Die Niedersächsische Sparkassenstiftung richtet alle zwei Jahre den Landesentscheid aus. In diesem Landeswettbewerb werden die besten Leser des Plattdeutschen aus dem ganzen Land ermittelt. Rund 20 000 Schülern aller Altersgruppen in Niedersachsen zeigen beim Vorlesen eindeutig, dass das Niederdeutsche auch heute noch in weiten Teilen des Landes zur Alltagskultur gehört. Daher stelle die Stiftung im Vorfeld des Wettbewerbs für alle Regionen der Niedersächsischen Sprachkultur eigene Übungstexte im Internet zur Verfügung, mit denen die Schüler ihre Fähigkeiten einüben können. Der Landesentscheid wird dann am 21. Juni 2013 in Lüneburg stattfinden.

Vor zwei Jahren konkurrierten im Kreis Lüchow-Dannenberg noch annähernd hundert Schüler, berichtet Jury-Mitglied Ernst-Hermann Albrecht, der beim letzten Entscheid noch Kreisobmann für den Nachbarkreis war. Inzwischen sorgt die Schulleiterin der Westerweyher Grundschule, Maria Lembeck, als Kreisobfrau Plattdeutsch für die Kontakte zu den teilnehmenden Schulen in beiden Landkreisen.

Es werde immer schwieriger, auch an den Schulen Lehrer zu finden, die das Plattdeutsche als Arbeitsgemeinschaft oder Kurs anbieten, bestätigt Lembeck auch für den Kreis Uelzen. Im wesentlich größeren Landkreis Celle, so weiß Beate Tito, die den Wettbewerb rund 20 Jahre lang organisierte und den Stab an Stefanie Ramünke abgegeben hat, beteiligen sich erheblich weniger Schulen an dem Wettbewerb

Von Angelika Jansen

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