Fusion von Gemeinde Suderburg und Stadt Uelzen sorgt für Diskussionen

Schmücken mit dem Campus

Uelzens Erster Stadtrat Jürgen Markwardt meint, durch eine Fusion von Suderburg und Uelzen könnte der Hochschulstandort der Ostfalia aufgewertet werden. Das sieht Suderburgs Bürgermeisterin Christel Beplate-Haarstrich anders: „Die Hochschule wurde vom Landkreis lange nicht genug gewürdigt. Suderburg hat Imagepflege betrieben.“ Foto: Ph. Schulze

Suderburg/Uelzen. Wenig begeistert reagierten die Bürgermeister der Gemeinden Suderburg, Eimke und Gerdau gestern auf den Vorstoß von Landrats-Kandidat Raimund Nowak.

Der hatte vorgeschlagen, die Samtgemeinde Suderburg aufzulösen, damit die Gemeinde Suderburg mit Uelzen fusionieren könnte. Eimke und Gerdau würden nach Nowaks Plan der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf zugeschlagen werden (AZ berichtete). Im Uelzener Rathaus dagegen war die Reaktion auf den Vorschlag Nowaks positiv: „Im Falle einer Fusion besteht die Möglichkeit, den Hochschulstandort Ostfalia aufzuwerten, davon könnten Suderburg als auch Uelzen profitieren“, erklärte der Erste Stadtrat Jürgen Markwardt.

„Ich habe damit ein Problem. Die Lebensverhältnisse hier auf dem Land sind ganz andere als in der Stadt Uelzen“, erklärt Suderburgs Bürgermeisterin Christel Beplate-Haarstrich gestern auf AZ-Nachfrage. Zudem lägen Uelzen und Suderburg räumlich zu weit auseinander, als das aus ihnen eine Einheit wachsen könne. Kooperationen kann sich Beplate-Haarstrich weiterhin gut vorstellen – im Bereich Tourismus klappt es zwischen Suderburg und der Uhlenköperstadt. Dass die Hochschule in Suderburg bislang vom Landkreis Uelzen stiefmütterlich behandelt wurde, darin stimmt Beplate-Haarstrich mit Nowak überein. Dennoch: Dass die Uelzener künftig durch eine Fusion ihr Image mit dem Suderburger Campus aufpolieren könnten, davon hält die Bürgermeisterin nichts. „Die Suderburger sind stolz auf ihren Hochschulstandort. Ob die Hochschule mit Uelzen enger zusammenarbeiten möchte, muss sie wissen.“

Auch Eimkes Bürgermeister Dirk-Walter Amtsfeld ist beim Thema Hochschule skeptisch. Denn ändern würde sich seiner Meinung nach durch eine Fusion von Uelzen und Suderburg nichts – bis auf den Namen der Fachhochschule vielleicht. „Die Hochschule wird für Studenten nicht spannender, weil sie Uelzen heißt. Und die Wirtschaftskraft der Stadt wird auch nicht gestärkt“, sagt der Christdemokrat.

Auch die anderen Punkte aus Nowaks Wahlprogramm hauen ihn nicht vom Hocker: „Er schlägt vor, die Orte kulturell zu fördern. Aber wir haben hier ganz andere Probleme.“

Positive Impulse sieht man dagegen in Uelzen von einer Fusion: „Uelzen könnte zu bestimmten Themen wie Wohnen und Freizeitgestaltung ein eng verzahntes und aufeinander abgestimmtes Angebot bieten“, so der Erste Stadtrat Jürgen Markwardt. Er betont aber auch, dass die Bezeichnung „Hochschulstandort Uelzen“ irreführend sei: „Suderburg ist Standort der Ostfalia und würde dies auch im Rahmen einer möglichen Fusion bleiben.“ Abgesehen davon seien Fusions-Überlegungen mit Suderburg nichts Neues: „Wir kooperieren bereits auf vielen Feldern mit der Samtgemeinde und sind zukünftig auch an einer noch intensiveren Zusammenarbeit interessiert“, betont der Erste Stadtrat.

Ein Zusammenschluss von Gerdau und Eimke, die mit der Gemeinde Suderburg die Samtgemeinde Suderburg bilden, mit der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf ist derzeit keine Option – weder für Eimkes Bürgermeister Dirk-Walter Amtsfeld, noch für seinen Gerdauer Kollegen Otto Schröder. Beide wollen es weiterhin mit dem großen Bruder Suderburg im Modell Samtgemeinde versuchen – eine Kombination, die in der Vergangenheit schon oft zu Konflikten geführt hatte. „Wir hätten nichts dagegen, wenn eine Samtgemeinde Suderburg bestehen bleibt. Es sei denn die Suderburger wollen doch eine Einheitsgemeinde durchsetzen. Da machen wir dann nicht mit“, erklärt Schröder. „In dem Fall können wir uns natürlich etwas mit den Ebstorfern vorstellen.“

Grundsätzlich ziehen die einstigen Streithähne Suderburg, Eimke und Gerdau derzeit an einem Strang: Per Selbstentschuldung wollen sie als Samtgemeinde einen Teil vom Geldsegen abbekommen, mit dem das Land im Zukunftsvertrag die Kommunen lockt.

Von Wiebke Brütt und Thomas Mitzlaff

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