„Tag der Steine“ in der Stadt Uelzen mit Auktion und Aktion

Sie schmeicheln und atmen

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Uelzen. Der vor vier Jahren eingeführte „Tag der Steine“ bewog vier Steinmetzbetriebe der Stadt Uelzen, ihre Arbeit auf dem Platz vor dem Rathaus auszustellen.

„Wir haben bei unserer Präsentation auf Grabsteine verzichtet“, erzählt Michael Meyn, „wir wollten zeigen, was wir sonst noch können. “ Dabei zeigt er auf das Gesellenstück seiner Tochter Katharina und erklärt, wie aus einem Tonmodell ein Gipsmodell erstellt wird, um daraus durch „Punktieren“ das im Sandstein ausgestellte Abbild herzustellen.

Mit stinkenden Steinen trat Heike Anacker den Beweis dafür an, „dass Steine atmen“. Es handele sich um schwefelige Einschlüsse, erklärt sie den verblüfften Besuchern, die wagten, ihre Nasen an den frisch bearbeiteten Stein zu halten. „Ein unappetitlicher Duft“, bestätigten die Schnüffler. Die Duftnote entwickelt sich aufgrund des Ortes, an dem der Stein zuletzt gelagert wurde.

Rundgänge durch die Stadt umrahmten den Tag. „Wir präsentieren hier den Naturstein“, erzählte Stadtarchäologe Fred Mahler, bevor er sich mit einer Gruppe auf den Weg entlang der historischen Steine machte. Für den künstlerisch gestalteten Stein war der Weg der Steine von Dagmar Glemme das Ziel von Führungen. Doch auch zu dem Stein, den wir täglich „mit Füßen treten“, wusste Mahler Spannendes zu erzählen. Allein am Rathausplatz seien etwa bis zu 25 verschiedene Steine zu klassifizieren.

Jörg Bielig schuf unter den Augen der Öffentlichkeit eine Eulen-Figur, die zum Abschluss des Tages zugunsten der Palliativ-Station im Klinikum gespendet wurde. Die medizinischen Leistungen dort seien zwar finanziell gedeckt, betonte Chefärztin der Neurologie und Leiterin der Palliativstation Dr. Ulrike Heesemann, „doch für alles, was man auf so einer Station noch für die Menschen tun kann, sind wir auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen.“ Einen Korb hübscher „Schmeichelsteine“ hatte Angelika Bielig mitgebracht, die sie gerne gegen eine Spende für die Palliativ-Station hergab.

Von Angelika Jansen

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