Bürgerverein „Pro Holdenstedt“ stemmt sich gegen eine Bebauung des Areals

„Schlosspark wird zerstört“

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Das Holdenstedter Schloss ist von einem Park umgeben. Wertvolle Bäume seien durch eine mögliche Bebauung des Areals gefährdet, meint der Bürgerverein „Pro Holdenstedt“.

Uelzen-Holdenstedt – Sie setzen sich seit Jahren für ihren Ort ein: die Mitglieder des Bürgervereins „Pro Holdenstedt“. Dass demnächst womöglich am Holdenstedter Schloss Gebäude mit Wohnplätzen für Senioren entstehen könnten, ist ihnen ein Dorn im Auge.

Nach Ansicht des Bürgervereins würden bei einem Bau das Schlossensemble und der Park „unwiederbringlich zerstört“. „Pro Holdenstedt“ hat nun eine Resolution abgefasst, mit der er den Uelzener Stadtrat samt seinen Fraktionen, die Verwaltung sowie den Ortsrat auffordert, den Schlosspark in seiner jetzigen Gestalt als „Natur- und Erholungsraum“ zu erhalten.

Seit nunmehr gut einem Jahr verhandelt die Hansestadt Uelzen mit einem Hamburger Unternehmen aus der Pflegebranche über einen möglichen Kauf des Schlosses samt Parkanlage. Zuletzt hatte Bürgermeister Jürgen Markwardt im Januar erklärt, dass er demnächst dem Rat einen Entwurf eines Kaufvertrages vorlegen könne – es wird also konkreter. „Pro Holdenstedt“ ist alarmiert. Denn das Hamburger Unternehmen hat bereits erklärt, im Fall eines Kaufes Wohn- und Pflegeplätze für Senioren schaffen zu wollen. Und zwar nicht im Schloss selbst, sondern in neuen Gebäuden im Parkbereich. Pro Holdenstedt sieht die „wertvolle Gehölzsubstanz“ im Park in Gefahr.

Dass eine Bebauung im Schlosspark möglich ist, hatte die Stadt bereits zu Beginn der Verhandlungen mit dem Hamburger Unternehmen erklärt. Demnach gibt es einen sogenannten Bauvorbescheid, der insgesamt drei mögliche Bau-Areale für neue Gebäude benennt. Sie liegen rechter und linker Hand vom Hauptportal entlang der Schlossmauer sowie zwischen St. Nicolai und der alten Mühle. „Pro Holdenstedt“ spricht in seiner Resolution von einem „intransparenten Verfahren“ und erklärt, die Stadt habe sich „selbst eine Bebaubarkeit ohne öffentliche Beteiligungsmöglichkeit“ genehmigt.

Was ist dran am Vorwurf? Die Stadt berichtet auf Nachfrage, dass der Bauvorbescheid nach einer Prüfung von Fachbehörden, wie beispielsweise dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege oder auch dem Umweltamt des Landkreises, ausgestellt wurde. Der Ortsrat von Holdenstedt sei in seiner öffentlichen Sitzung im Oktober 2016 ebenfalls beteiligt worden. Die Hansestadt erklärt: „Der Bauvorbescheid ist bestandskräftig und wirksam“ – dies sei zuletzt Mitte des Monats noch einmal vom niedersächsischen Umwelt- und Bauministerium bestätigt worden.

Die Verwaltung betont zugleich aber auch: Der Bescheid sei noch keine Erlaubnis, dort tatsächlich den ersten Spatenstich zu setzen. Es sei vorher noch eine Baugenehmigung zu beantragen – und in dem damit losgetretenen Verfahren würde das Bauvorhaben sowie die damit verbundenen Eingriffe in die Natur noch einmal abschließend geprüft.

VON NORMAN REUTER

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