Stadt sieht „kaum zu überwindende Schwierigkeit“

Schloss-Verkauf von Testament abhängig

+
Das Schloss Holdenstedt mal aus anderer Perspektive: Ein Uelzener hat angeregt, mit dem Verkauf die Löcher des Stadthaushaltes zu stopfen.

Uelzen. Die leeren Kassen der Stadt verführen Uelzens Bürger zu grundsätzlichen Fragen: Ob durch einen Verkauf des Schlosses Holdenstedt an einen privaten Investor Geld in die Kassen gespült werden könnte, möchte ein Bürger von der Stadt wissen.

Die Verwaltung hat sich mit der Idee auseinandergesetzt und erklärt nun, dass ein Verkauf des Schlosses eher ein Tauschgeschäft als eine Einnahme nach sich ziehen würde.

Nach der Informationsveranstaltung im vergangenen November zum diesjährigen Haushalt waren bei der Stadtverwaltung 45 Einsparungsvorschläge eingereicht worden, zum Teil überschneiden sich die Ideen. Unter dem Stichwort „Schloss Holdenstedt“ ist die Verwaltung davon ausgegangen, dass damit der Verkauf des Schlosses gemeint sei, und kündigte auf der Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses im Rathaus diese Woche an, intensiv über das Thema zu beraten.

1983 hatte die Stadt Uelzen das Schloss Holdenstedt gekauft, zunächst um einen Saal für Kammerkonzerte und passende Räume für das Heimatmuseum anbieten zu können. Dafür waren mehrere Immobilien in der Uhlenköperstadt verkauft worden: Die Lüneburger Straße 36, in der sich bis dahin das Heimatmuseum befand, hatte die Stadt veräußert. Auch die so genannte „Villa Schlemm“ an der Dieterichsstraße 13 war für den Ankauf des Schlosses verkauft worden. Maler Georg Wolf und dessen Ehefrau Margarete Wolf, geborene Schlemm, hatten zuvor der Stadt die Villa unter der Auflage vermacht, das Haus für künstlerische Zwecke zu nutzen und die vorhandene Kunstsammlung der Öffentlichkeit zur Besichtigung freizugeben. „Mit der Überlegung, diese Kunstsammlung im Schloss Holdenstedt besser als in der Villa Schlemm zur Geltung bringen zu können und damit dem Vermächtnis noch besser gerecht zu werden, ist seinerzeit der Verkaufserlös für den Kauf des Schlosses eingesetzt worden“, teilt die Verwaltung nun mit. Zusätzlich zu den beiden Immobilien verkaufte die Stadt zudem das „Nochsche Grundstück“, Gudesstraße 29, das der Stadt von Gertrud Noch vermacht worden war, um es für soziale und kulturelle Zwecke zu verwenden.

Daraus zieht die Verwaltung den Schluss, dass sich das Holdenstedter Schloss nicht mit der Folge verkaufen lasse, aus dem Erlös die städtischen Finanzen zu sanieren. Vielmehr müssten zumindest anteilige Erlöse in einen Ersatz investiert werden, der den testamentarischen Verfügungen der Eheleute Wolf beziehungsweise Getrud Nochs entspricht. Für die Aufrechterhaltung der sozialen und kulturellen Zwecke und die Ausstellung der Kunstsammlung müsste also eine Lösung gefunden werden.

Die Verwaltung weist außerdem darauf hin, dass der Mietvertrag zwischen der Stadt und dem Museums- und Heimatverein über bestimmte Räume im Schloss auf unbestimmte Zeit läuft. Die Kündigung des Mietverhältnisses sei nur im Einvernehmen beider Mietparteien möglich. Bei einem Verkauf des Schloss müsse ein Käufer gefunden werden, der den Mietvertrag mit dem Verein akzeptiert und weiterführt – nach Ansicht der Stadt eine „kaum zu überwindende Schwierigkeit“.

Von Diane Baatani

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare