Montag stellen vier potenzielle Käufer ihre Konzepte vor

Holdenstedt: Schloss-Verkauf geht auf Zielgerade

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Im 18. Jahrhundert in seiner heutigen Form errichtet, bewohnte lange die Familie von der Wense das Schloss. Seit 30 Jahren ist es im Besitz der Stadt. 2018 könnte nun ein Verkauf erfolgen.

Uelzen-Holdenstedt. Nach vier Jahren mit Verhandlungen und Besichtigungen soll es nun beim Verkauf des Holdenstedter Schlosses ab Montag auf die Zielgerade gehen: Kaufinteressierte stellen dann in nicht öffentlicher Sitzung des 13 Mitglieder zählenden Verwaltungsausschusses ihre Konzepte für den historischen Bau vor; geöffnet sei die Sitzung auch für alle anderen Ratsherren und -frauen, erklärt die Verwaltung auf Nachfrage.

Der Stadtrat habe dann das letzte Wort beim Schloss-Verkauf.

Vier Bewerber für das Schloss werden am Montag vorsprechen. Ein potenzieller Käufer will aus dem Schloss eine Art Alterswohngemeinschaft machen; ein Interessent kann sich das Schloss als Tagungszentrum vorstellen mit Nebengebäuden, in denen Senioren untergebracht werden sollen; bei zwei weiteren Bewerbern handelt es sich um Stiftungsinitiativen – die eine davon will eine Musikakademie aufbauen, die andere plant kulturelle Veranstaltungen im Schloss.

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Bereits jetzt dient der historische Bau als Kulturstätte. Dort finden Konzerte statt, Ausstellungen sind zu besuchen, das Heimatmuseum hat dort seinen Platz.

Im Laufe der Jahre wurden insgesamt rund 200 Exposés für das Schloss ausgegeben, es gab 40 Besichtigungen mit Interessierten. Lange war unklar, ob sich tatsächlich ein Käufer finden lassen würde. Von der Politik gesetzte Fristen für den Verkauf verstrichen immer wieder, ohne dass der Hammer fiel. „Das Schloss ist eben keine Drei-Zimmer-Wohnung“, zitiert die AZ Uelzens Ersten Stadtrat Florian Ebeling im Juni 2015. Die Verkaufsgespräche gestalteten sich langwierig.

Ein Maklerbüro bot den barocken Bau mit fast 1000 Quadratmetern Wohnfläche und naturbelassenem Park für 975 000 Euro über ein Internetportal an; mit einem Kaufpreis ist es beim Schloss aber nicht getan – der Bau, in seiner heutigem Form im 18. Jahrhundert errichtet, ist sanierungsbedürftig. Das war auch einer der Gründe für die Politik, das Schloss abzustoßen. Der Zukunftsvertrag mit dem Land zur Entschuldung der Stadt zwang den Ratsherren einen Sparkurs auf.

Inzwischen sind die Schuldenberge abgebaut. Die Politik sah aber zuletzt keinen Grund dafür, vom Verkauf abzusehen (AZ berichtete). So sieht der Zeitplan nun laut Stadtverwaltung vor, dass nach der Sitzung am Montag die Fraktionen beraten und dann der Verwaltungsausschuss sich für einen der Bewerber entscheidet. Mit diesem soll ein Vertragsentwurf vorbereitet werden. Einen Verkaufsbeschluss trifft schließlich der Stadtrat. „Den Zeitpunkt können wir jetzt noch nicht benennen – der Prozess bleibt abzuwarten“, erklärt Stadtsprecherin Ute Krüger. Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt hatte zuletzt erklärt, dass er von einem Verkauf im Jahr 2018 ausgeht.

Von Norman Reuter

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