Verhandlungspartner sind sich in wesentlichen Punkten einig / Frage der Finanzierung

Schloss-Verkauf: Es fehlt die Zusage aus Hamburg

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Im 18. Jahrhundert errichtet, bewohnte lange die Familie von der Wense das Schloss in Holdenstedt. Seit 30 Jahren ist es im Besitz der Stadt und die möchte es verkaufen. Seit gut zehn Monaten wird mit einem Unternehmen aus Hamburg verhandelt. 

Uelzen. Im Frühjahr starteten die Verhandlungen über einen Verkauf des Schlosses Holdenstedt an ein Hamburger Unternehmen aus der Pflegebranche. Zu einem Abschluss kam es bislang nicht.

Nach Angaben von Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung sind sich die Gesprächspartner in wesentlichen Fragen einig; nun warte die Stadt auf eine Rückmeldung des potenziellen Käufers. Dieser sei zurzeit dabei, die Finanzierung für das Vorhaben aufzustellen.

Wie berichtet, hat der potenzielle Käufer die Idee, auf dem Gelände des Schlosses zwei Gebäude mit Wohnplätzen für Senioren errichten zu lassen; in einem weiteren Schritt könnte auch ein Haus für stationäre Pflege entstehen. Das Schloss selbst ist sanierungsbedürftig – Kaufpreis, Neubauten und Sanierung wären damit zu stemmen.

Die Stadtverwaltung lässt auf Nachfrage offen, ob es zeitliche Festlegungen gibt, bis wann das Hamburger Unternehmen erklärt haben soll, ob es mit ein Kauf klappt. Es heißt lediglich: „Die Hansestadt steht im regen und stetigen Austausch mit dem Investor. Bei einem Investment dieser Größenordnung sind vielseitige Abstimmungen erforderlich, die arbeitsteilig abgearbeitet werden.“ Und: „Die Verhandlungen bewegen sich mit Rücksicht auf die Spezialität des Objektes in einem zeitlich üblichen Rahmen.“ Ratsfrau Susanne Niebuhr (WIR für Uelzen) wundert sich über die Länge der Verhandlungen. Im Ausschuss sagt sie: „Es dauert ewig.“

Die Hansestadt hat in ihrem Haushalt für 2019 das Schloss auch noch berücksichtigt. Ausgaben für die Unterhaltung des Schlosses als auch Einnahmen sind in dem Finanzwerk zu finden. Erlöse ergeben sich aus der Miete, die der Museums- und Heimatverein für das im historischen Bau zurzeit noch untergebrachte Heimatmuseum zu zahlen hat.

Otto Lukat

Es ist geplant, dass das Museum in die Räume der früheren Stadtsparkasse an die Bahnhofstraße zieht; dies wird aber frühestens zum Start des Jahres 2020 der Fall sein. Wie der Vorsitzende des Museums- und Heimatvereins, Otto Lukat, erklärt, werde das kommende Jahr benötigt, um die Räume an der Bahnhofstraße für eine museale Dauerausstellung herzurichten. Eine Museumseröffnung in der Uelzener Innenstadt sei für das Frühjahr 2020 geplant. Aber zurzeit laufen auch hier noch Verhandlungen bezüglich des Mietvertrages für die Räume der alten Stadtsparkasse.

Wie Otto Lukat erklärt, befinde man sich mit dem Mietvertrag in der Endabstimmung. „Wenn alles erwartungsgemäß verläuft, gehe ich von einer Vetragsunterzeichnung noch vor Weihnachten – auf alle Fälle aber noch in diesem Jahr – aus“, so der Vereinsvorsitzende.

Von Norman Reuter

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