„Baurechtliche Genehmigungen“ fehlen

Schloss Holdenstedt: Vorerst doch noch keine Stätte für Kultur

Das Schloss Holdenstedt wird wie geplant an den Hamburger Investor Thies Boysen verkauft.
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Kultur und Kunst werden in diesem Jahr noch nicht wieder im Schloss Holdenstedt zu erleben sein.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Im Besitz der Stadt war das Schloss Holdenstedt Stätte für Kultur und Kunst. Das sollte das historische Gebäude auch wieder unter dem neuen Besitzer werden. Doch daraus wird erst einmal nichts. „Baurechtliche Genehmigungen“ fehlen.

Uelzen – Das Schloss Holdenstedt wird nun doch nicht so schnell wieder zur Stätte für Kultur und Kunst wie zunächst gedacht. Im Juni hatte der Eigentümer Thies Boysen noch erklärt, dass die musikalische Schlosswoche Ende August wieder in dem historischen Gemäuer stattfinden könne, weil dann die baulichen Voraussetzungen dafür geschaffen worden seien. Daraus wird aber nichts. Stattdessen werden die Konzertabende, unter anderem zu Ehren der Komponistin Pauline Viardot, im Langhaus im historischen Zentrum Oldenstadts über die Bühne gehen.

Das Schloss Holdenstedt war 2019, vor dem Verkauf und noch mit Museumsbetrieb, zeitweise aufgrund baulicher Mängel für den Publikumsverkehr gesperrt worden. Dem Käufer Boysen war von der Stadt mitgegeben worden, dass er für eine öffentliche Nutzung vor allem im Bereich Elektrik und Brandschutz tätig werden müsse. Im Juni zeigte sich Boysen zuversichtlich, dass die Arbeiten bis zur Schlosswoche erledigt sind. Doch den Ausrichtern der Konzerte wurde inzwischen mitgeteilt, dass sie das Schloss nicht nutzen könnten.

Wie kommt es zur Kehrtwende? Boysen schildert auf Nachfrage: Der bauliche Zustand des Schlosses sei „okay“, es seien aber noch „baurechtliche Genehmigungen“ einzuholen, bevor das Schloss genutzt werden könne. Diese Genehmigungen beziehen sich „unter anderem auf die Statik, den Brandschutz und die Elektrik“. Er arbeite dies gerade ab und stelle seine Gutachten und Konzepte der Stadt zur Verfügung, die diese ihrerseits auch noch prüfen müsse. „In Zeiten von Corona und anderen Personalengpässen dauert dieser Prozess ein wenig länger als gehofft“, so Boysen. Nach derzeitigen Planungen werde es in diesem Jahr keine kulturelle Veranstaltung mehr im Schloss geben.

Ute Lange-Brachmann, Geschäftsführerin der Schlosswochengesellschaft, sagt, sie sei anfangs geschockt gewesen, als sie erfahren habe, dass das Schloss doch nicht zu nutzen sei. Inzwischen ist sie aber guten Mutes. „Das Langhaus ist ein schönes Ambiente“, so Lange-Brachmann. Die Schlosswoche ist vom 26. bis 29. August geplant.

Weitere Informationen zur Schlosswoche unter http://holdenstedter-schlosswochen.de/

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