Verhandlungen mit Hamburger Unternehmer ziehen sich über den Sommer

Schloss Holdenstedt: Verkauf im Herbst?

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Mehr als 300 Jahre ist es alt: das Schloss Holdenstedt. Nach dem Willen der Uelzener Stadtpolitik soll es verkauft werden. Die Verhandlungen dazu laufen nun schon seit 16 Monaten.

Uelzen-Holdenstedt – Die Verhandlungen zum Verkauf des Schlosses Holdenstedt werden sich auch noch über den Sommer ziehen. Der Uelzener Politik soll nun im Frühherbst ein Vertragsentwurf zum Verkauf vorgelegt werden, wie die Hansestadt gestern auf AZ-Nachfrage mitteilt.

Eigentlich wollte die Verwaltung bis zur anstehenden Sommerpause die Unterlagen den politischen Gremien zur Beratung übergeben haben.

Seit 16 Monaten laufen nun die Verhandlungen. Geführt werden sie mit einem Hamburger Unternehmer aus der Pflegebranche, der im Schlosspark Gebäude mit Wohn- und Pflegeplätzen für Senioren errichten möchte. Nach Angaben der Hansestadt sind die Gespräche soweit gediehen, dass wesentliche Eckpunkte für einen Verkauf festgelegt wurden. Inzwischen habe der potenzielle Käufer auch einen Notar beauftragt, der den Vertragsentwurf aufsetzen soll, so die Auskunft aus dem Uelzener Rathaus.

Nach Angaben der Hansestadt gehört zu den Eckpunkten, auf die man sich verständigt hat, dass das Schloss auch künftig für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung stehen soll. Auch der Schlosspark soll weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben.

Die vom potenziellen Käufer erdachten Pläne für eine Bebauung des Schlossareals sind umstritten – besonders in Holdenstedt. Nach Ansicht des Bürgervereins „Pro Holdenstedt“ würden bei einer Bebauung Schlossensemble und der Park „unwiederbringlich zerstört“. Der Verein hat den Rat der Stadt in einer Resolution aufgefordert, den Schlosspark in seiner jetzigen Gestalt zu erhalten. Wie Herwig Maaß, Vorsitzender von „Pro Holdenstedt“, gestern gegenüber der AZ erklärt, würden für den Erhalt inzwischen im Ort Unterschriften gesammelt. Auch eine Petition sei abgefasst und ins Internet gestellt worden. Maaß betont, der Verein stemme sich nicht gegen einen etwaigen Verkauf des Schlosses. Bei einer Veräußerung müsse aber sichergestellt sein, dass Schlossensemble und Parkanlage erhalten bleiben.

Zurzeit im Schloss noch zu finden ist das Heimatmuseum. Dessen Umzug in die Uelzener Innenstadt ist bereits beschlossene Sache. Wie der erste Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins, Otto Lukat, gestern sagt, sei angedacht, während der kommenden beiden Monate erste Exponate aus dem Magazin zur Bahnhofsstraße zu bringen, wo das Museum künftig zu finden sein wird.

VON NORMAN REUTER

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