Banken in Uelzen haben noch freie Schließfächer / Pluspunkte sind Diskretion und Sicherheit

Schließfächer: Platz für Dokumente – und Gold?

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Über den Inhalt von Schließfächern lässt sich nur spekulieren. Die Banken wissen nicht, was die Kunden in ihren Tresorräumen in Sicherheit bringen. Entgegen bundesweiter Meldungen teilen Uelzens Geldinstitute mit: Es gibt ausreichend freie Schließfächer.

Uelzen. Bankschließfächer Mangelware, einzelne Geldinstitute führen Wartelisten – so die Berichterstattung diverser Medien.

Ein Grund für den „Run auf die Schließfächer“ wurde gleich mitgeliefert: Berichte über steigende Zahlen von Einbrüchen in private Haushalte hätten Ängste geschürt, die Schließfächer würden das erhöhte Sicherheitsgefühl bedienen. In Uelzen sehen die Geldinstitute im Gespräch mit der AZ keinen akuten Trend zum Schließfach.

„Die Nachfrage nach Schließfächern unterliegt einem permanenten Auf und Ab“, berichtet Nico Neumann, Marketingleiter der Volksbank Uelzen-Salzwedel. Er räumt auch ein, dass sich häufige Berichte über Einbrüche bei der Nachfrage nach Schließfächern grundsätzlich schon bemerkbar machten, dass dieses derzeit in Uelzen aber keine Rolle spiele. „Wir können die Nachfrage bedienen“, sagt Neumann, der darauf hinweist, dass es in jeder Volksbank-Geschäftsstelle Schließfachanlagen gebe und allein in der Hauptgeschäftsstelle an der Uelzener Gudesstraße „einige Hundert Fächer“ unterschiedlicher Größe vorhanden seien.

Auch Jens Gribbe, Filialdirektor der Deutschen Bank und Frank Kolakowsky, Bereichsleiter der Gesamtbanksteuerung der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg, sehen derzeit keine erhöhte Nachfrage und teilen unisono mit, dass es noch freie Schließfächer gibt.

Zu konkreten Mietgebühren gab es gestern wenig Auskünfte. Lediglich die Commerzbank nannte eine Jahresgebühr. Diese beginne bei 75 Euro für das kleinste Schließfach. Freie Schließfächer unterschiedlicher Größe stünden ausreichend zur Verfügung. Die Sparkasse teilte mit, dass sich die Gebühr nach der Größe richte und dass diese zwischen fünf und 60 Zentimetern in der Höhe variiere.

Zur Größe von Schließfächern äußerte sich auch Jens Gribbe. Während man in viele „nicht mal einen normalen Aktenordner“ bekäme, gebe es bei der Deutschen Bank andererseits auch sogenannte „Verwahrstück-Räume“, in denen Kunden auch größere Gegenstände sicher unterbringen könnten.

Typischerweise, meint Gribbe, brächten die Kunden aber wohl einzelne Papiere wie Testamente, Versicherungspolicen oder Geburtsurkunden in Schließfächern in Sicherheit. Daneben spiele vor allem Schmuck eine Rolle. Und eventuell käme auch der ein oder andere Goldbarren auf diesem Wege in Banken unter. Letztlich könne er dies alles aber nur mutmaßen, so Gribbe weiter – schließlich wüssten die Banken über die Inhalte der Fächer nichts, es gelte absolute Diskretion.

Den zweiten Pluspunkt von Bankschließfächern stellt noch mal Nico Neumann von der Volksbank heraus: die Sicherheit. Für ihn ist klar, dass ein normaler Einbrecher keine Chance hat, an die Schließfächer einer Bank zu kommen. In privaten Haushalten hingegen wüssten Einbrecher im Zweifel, wo sie suchen müssten. Auch der Schutz vor Feuer sei in einer Schließfachanlage in den Tresorräumen einer Bank sehr hoch. Neumann fasst deswegen zum Thema Schließfächer zusammen: „Es kommt nichts weg.“

Von Steffen Kahl

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