Verunsicherung bei Mitarbeitern zweier Drogerie-Filialen im Landkreis Uelzen

Schlecker: Das Aus per Fax

Räumungsverkauf bei Schlecker: Die Mitarbeiter der Filialen an der Celler Straße in Uelzen und an der Bahnhofstraße in Bad Bevensen wurden per Fax über die Schließung informiert. Foto: Wendlandt

Uelzen/Bad Bevensen. Das Licht ist grell, der Weg zwischen den Regalen hindurch ist eng und kurz und die Kosmetik-Zeile mit zwei No-Name-Marken ist etwa einen Meter breit: Am 24. März kommt für Schlecker-Märkte dieser Größenordnung das Aus.

Per Fax wurden am Dienstagabend die Mitarbeiter der Drogerie-Filialen an der Celler Straße in Uelzen und an der Bahnhofstraße in Bad Bevensen über die Schließung informiert. Die beiden Schlecker XL-Märkte in Bad Bodenteich und in Bienenbüttel bleiben laut der vorläufigen Schließungsliste des Konzerns erhalten.

Wie es jetzt weitergeht? Schulterzucken und ein müdes Lächeln ist die Antwort der Verkäuferin einer der betroffenen Filialen im Landkreis Uelzen. „Wir haben schon mit der Schließung gerechnet“, erklärt sie. Dass jedoch Kollegen schon darüber informiert waren, bevor sie selbst die Nachricht erhielt, überraschte sie.

Die Angestellte kann sich kaum vorstellen, dass eine andere Drogerie an dem Standort eine Chance hätte. „Zu abgelegen“ seien diese Filialen von Schlecker. Ob die Schließung auch eine Kündigung für ihre Stelle bedeutet, weiß die Verkäuferin noch nicht. Alles hänge zurzeit in der Schwebe, gesteht sie. Die Verunsicherung ist groß, aus Angst vor Repressalien und in der Hoffnung auf eine Weiterbeschäftigung möchte sie ihren Namen und ihren Standort nicht nennen.

„Wir hätten das gerne in einem persönlichen Gespräch gemacht“, rechtfertigt Pressesprecher Frederic Bollhorst die Benachrichtigung per Fax, „es ließ sich durch den zeitlichen Druck nicht mehr wirklich handhaben.“ Dass bereits die Informationen über die Schließung von bundesweit rund 2000 Verkaufsstellen in der Öffentlichkeit kursierten, habe den Konzern zur Benachrichtigung per Fax gezwungen, „um die Mitarbeiter einmal offiziell zu informieren“.

Wie viele und welche Mitarbeiter im Landkreis Uelzen einen Arbeitsplatz behalten, sei noch offen. Das Unternehmen prüfe derzeit die Voraussetzungen der Angestellten an den einzelnen Standorten und entscheide dann erst darüber, wer in den bestehenden Geschäften weiterarbeiten dürfe. Darüber versprach das Unternehmen seine Mitarbeiter innerhalb der nächsten zehn Tage zu informieren.

Rund 5400 Filialen zählte Schlecker noch bis zu den ersten Schließungen. Der Insolvenzverwalter der Drogeriekette, Arndt Geiwitz, will 11 750 Stellen streichen, um ab April mit schwarzen Zahlen das Unternehmen weiterzuführen.

Im Landkreis Uelzen begann bereits in den betroffenen Filialen der Räumungsverkauf, das Werbematerial dafür traf auch gestern Nachmittag ein. Einige Mitarbeiter sind schon „in Übung“: Seit Jahren werden Filialen geschlossen oder auch wieder als XL-Märkte neu eröffnet.

Erst vor zwei Monaten wurde die Verkaufsstelle in Rosche aufgegeben, und für weitere Geschäfte dieser Kette wie an der Bahnhofstraße und an der Gudesstraße in der Uelzener Innenstadt – in näherer Umgebung zu Konkurrenten wie Rossmann und dm – kam schon innerhalb der vergangenen Jahre das Aus.

Von Diane Baatani

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