„Schlag ins Gesicht“

Zweiter Lockdown im Kreis Uelzen: Was hiesige Kulturschaffende und Touristiker sagen

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Leere Stühle: Gaststätten, Kneipen und Bars sind ab Montag temporär wieder geschlossen. „Das ist ein Schlag ins Gesicht“, sagt BBM-Chef Gerhard Kreutz. Auch Theater dürfen nicht öffnen: Den Menschen werde die Kultur fehlen, so Johannes Vogt-Krause vom Neuen Schauspielhaus.

Uelzen/Bad Bevensen – Als ob es nicht schon wegen der Jahreszeit düster genug ist: Ab kommenden Montag greifen die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen, um die Corona-Pandemie auszubremsen.

Was die Infektionszahlen betrifft, steht der Landkreis Uelzen vergleichsweise gut da, aber auch für ihn gelten die Beschlüsse.

Gastronomiebetriebe sollen bis Ende des Monats schließen. „Der Landkreis Uelzen ist in Sachen Corona zwar immer noch ein kleines gallisches Dorf. Aber jetzt kommt im Grunde ja doch wieder ein touristischer Lockdown – und wir müssen irgendwie mit da durch“, sagt gestern Michael Schwarz. Der 1. Vorsitzende des Kreisverbandes Uelzen im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Niedersachsen geht davon aus, dass jene Gastronomiebetriebe, die schon im Frühjahr Lieferservice und Abholung von Speisen angeboten hatten, das erneut tun werden. „Die sind vorbereitet und können das umsetzen“, glaubt Schwarz.

In Kinos, Theater sowie Opern- und Konzerthäusern gehen temporär wieder die Lichter aus. Barbara Bode, die in Uelzen das Central-Theater betreibt, muss nun erneut Festbeschäftigte in Kurzarbeit schicken. Aushilfen haben das Nachsehen. Und dies gerade, nachdem das Central-Theater nach der ersten Zwangspause wieder mehr Zuspruch fand. „In den Ferien hatten wir schöne Kinderfilme. Sie wurden gut besucht“, so Bode.

Entscheidend sei, dass es nach dem Lockdown zu einem bundeseinheitlichen Start für die Kinos komme, damit die Verleiher auch Filme auf den Markt werfen würden. „Es war ja unser großes Problem, überhaupt an Filme zu kommen.“

Johannes Vogt-Krause, Vorsitzender des Trägervereins für das Neue Schauspielhaus, bezeichnet die erneute Zwangsschließung als „einen Schlag ins Kontor“. Das meint er nicht so sehr finanziell, aber: Den Menschen werde Kultur erneut fehlen, und für die Künstler bleibe es eine schwere Zeit. Er und sein Team müssten jetzt wieder mit diesen wegen Verschiebungen und Absagen telefonieren.

Nach Beschlüssen von Bund und Ländern sind auch touristische Übernachtungsangebote im Inland im November verboten. Diese dürften nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen gemacht werden. Auch Schwimmbäder sind zu schließen. Das trifft vor allem Bad Bevensen mit seinen Hotels und der Therme.

Gerhard Kreutz, Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing (BBM), sagt gestern in einer ersten Reaktion, dass die Stadt unter den Auflagen „ohne Ende leiden“ werde. „Wir leben vom Tourismus.“ Nach dem ersten Lockdown hätten sich die Betriebe eine solche Mühe gemacht, um wieder Besucher für sich zu gewinnen. „Das ist jetzt ein Schlag ins Gesicht“, so der BBM-Chef. Seine große Sorge: Dass Betriebe die erneute Zwangspause nicht überleben werden, auch wenn es Hilfen gebe.

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