Karlsruher Zollbeamte verhaften mutmaßlichen Dealer

Schlag gegen Drogenhandel bei Einsatz in Uelzens Innenstadt

Am Dienstag wurde ein 28-jähriger Mann aus Baden-Württemberg in Uelzen von Zollbeamten aus Karlsruhe festgenommen. Ein 16-jähriger Uelzener wurde ebenfalls durchsucht, Ermittlungen gegen ihn laufen aber nicht.
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Am Dienstag wurde ein 28-jähriger Mann aus Baden-Württemberg in Uelzen von Zollbeamten aus Karlsruhe festgenommen. Ein 16-jähriger Uelzener wurde ebenfalls durchsucht, Ermittlungen gegen ihn laufen aber nicht.

Uelzen – Blaulicht, Einsatzkräfte des Zolls mit Sturmhauben. Männer werden durchsucht und festgenommen: Es ist eine ungewöhnliche Szenerie, die sich am Dienstagnachmittag an der Uelzener Gudesstraße auftut. Gestern nun erläutern Polizei und Zoll die Hintergründe:.

Mehrere Fahrzeuge mit Blaulicht waren vor Ort und blockierten zeitweise die Gudesstraße.

Demnach waren Einsatzkräfte des Hauptzollamtes Karlsruhe an der Gudesstraße im Einsatz, um einen 28-jährigen Mann aus Baden-Württemberg zu verhaften, wie Polizei-Sprecher Kai Richter, erklärt. Der Verdächtige sei vom Amtsgericht Ellwangen wegen des Handels mit Betäubungsmitteln strafrechtlich gesucht worden. Ein zweiter Verdächtiger – ein 16-jähriger Uelzener mit serbischer Staatsbürgerschaft – sei als Kontaktperson des 28-Jährigen zwar ebenfalls durchsucht worden, weitere Ermittlungen seien gegen ihn aber nicht eingeleitet worden. „Ich kann bestätigen, dass wir einen offenen Haftbefehl vollstreckt haben“, heißt es vonseiten des zuständigen Zollfahndungsamtes Stuttgart. Nähere Angaben, etwa über die Ausmaße des vorgeworfenen Handels mit Betäubungsmitteln oder zur Zahl der Beamten vor Ort, wollte Pressesprecherin Silke Jakobi nicht machen. Sie verweist auf die nach wie vor andauernden Ermittlungen.

Kai Richter, Polizei-Sprecher

Gegen 15.50 Uhr schlagen die Beamten zu – mitten in Uelzens Innenstadt, teils in Uniform, teils in Zivilkleidung. Augenzeugen berichten von gezogenen Waffen. Es habe eine Schreierei gegeben, dann seien Männer die Gudesstraße entlang gerannt, wird aus dem Kreis der Anlieger geschildert. Es sei ein übliches Vorgehen, eine Festnahme zu vollstrecken, wenn sich die Gelegenheit dazu biete – auch am helllichten Tag in einer belebten Einkaufsstraße, erklärt Pressesprecherin Silke Jakobi gegenüber der AZ. Damit solle sichergestellt werden, dass die verdächtige Person nicht untertaucht.

Auf die Frage, ob dieses Risiko bei dem besagten 28-Jährigen bestanden habe, kam lediglich die Antwort, dass man diesen Rückschluss ziehen könne.

Auch ob eine konkrete Gefahrensituation bestanden habe, wollte Jakobi nicht bestätigen. Alle Einsatzkräfte seien jedoch immer dazu angehalten, angemessen auf die jeweilige Situation zu reagieren.

Dass Zollbeamte aus Karlsruhe bei der Vollstreckung des Haftbefehls tätig wurden, ist laut Jakobi ebenfalls nichts Ungewöhnliches, da der Zoll in entsprechenden Fällen immer bundesweit unterwegs sei. Da es sich bei dem Verdächtigen um einen Baden-Württemberger handelt, ist demnach auch nicht das Hauptzollamt Hannover zuständig. Zunächst hatte es am Dienstag noch geheißen, dass Hauptzollamt in der niedersächsischen Hauptstadt sei involviert gewesen.

Die Maßnahme sei über den kurzen Dienstweg mit der hiesigen Polizei abgesprochen gewesen, erklärt Kai Richter. In den kommenden Tagen solle der Verdächtige nun dem Haftrichter vorgeführt werden. Dies übernehme die Uelzener Polizei, am Einsatz selbst sei sie jedoch nicht beteiligt gewesen, schildert Richter. VON DANIEL BIELING

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