Polizei nimmt 30-jährigen Dealer fest / Rauschgiftdelikte beschäftigen Ermittler

Schlag gegen Drogenhandel

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Auch in Uelzen Thema: Drogenhandel und Konsum.

Uelzen. Er handelte mit Heroin, Kokain, Amphetaminen, Ecstasy und Marihuana: Die Drogen-Fahnder der Polizei haben einen Drogendealer aus Uelzen vorläufig festgenommen.

Der 30-Jährige war bereits seit geraumer Zeit im Visier der Ermittler und wird beschuldigt, Betäubungsmittel insbesondere in Uelzen weiterverkauft zu haben.

Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass der bereits polizeilich bekannte Mann mindestens seit dem Sommer 2014 überregional, unter anderem in Bremen Drogen erwarb und in der Region weiterverkaufte. Bei weiteren Durchsuchungen in der Wohnung des Hartdrogenabhängigen stellten die Beamten kleine Mengen des Rauschgifts fest. Die Polizei ermittelt nun wegen gewerbsmäßigem Handel mit nicht geringen Mengen von Betäubungsmitteln. Parallel wurden Strafverfahren wegen Erwerbs von Betäubungsmitteln gegen weitere Konsumenten eingeleitet. Der Uelzener schweigt zu den Vorwürfen größtenteils. Das Amtsgericht Uelzen hat Haftbefehl erlassen.

„Grundsätzlich kann man sagen, dass wir in Uelzen keine offene Hartdrogenszene haben“, erklärt Kai Richter, Sprecher der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. 320 Rauschgiftdelikte verzeichnete die Polizei in Stadt und Landkreis 2013. Zwischen 260 und 270 Fälle zählt Richter für den Zeitraum Januar bis Ende November diesen Jahres. Die Zahl sei „recht konstant“, so Richter. Allerdings: „Das Dunkelfeld ist ein großes in diesem Bereich.“

Nach Angaben des Polizeisprechers gerieten zwar hin und wieder Klein-Dealer ins Visier der Ermittler, „der große Handel“ hingegen finde in den Großstädten statt.

Dennoch mache die gesellschaftliche Problematik des Drogenkonsums auch vor Uelzen nicht halt – Konsum und Verkauf spielten sich häufig am Bahnhof, mitunter aber auch an Schulen ab. Die Liste der betreffenden Betäubungsmittel reicht von Marihuana, Amphetaminen, Ecstasy über Kokain und Heroin. Rauschgifte spielten häufig auch in anderen Delikten – speziell im Bereich der Beschaffungskriminalität – eine Rolle. Um an Geld zu kommen, griffen stark Drogenabhängige auch zum Mittel des Einbruchs, Diebstahls und Betrugs.

Von Anna Petersen

Die AZ sprach mit einer Uelzenerin, die seit mehreren Jahren in Behandlung ist. Sie erzählt ihre spannende, aber auch erschütternde Lebensgeschichte. Diese lesen Sie am Wochenende im E-Paper und in der Printausgabe der AZ.

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