CDU schlägt Blume vor

HeikoBlume

Uelzen/Landkreis - Von Marc Rath. Die CDU schlägt als erste Partei im Landkreis die Pflöcke für die Landratswahl am 11. September 2011 ein. „Der Kreisvorstand hat sich für Dr. Heiko Blume als unseren Kandidaten ausgesprochen“, gab CDU-Kreisparteichef Jörg Hillmer am Samstag gegenüber der AZ bekannt. Erst am Freitag hatte Theodor Elster erklärt, dass er für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung steht. „Er bringt aus unserer Sicht alles mit, was ein Landrat haben muss“, begründete Hillmer das Votum für Blume. Der 43-Jährige vereine Erfahrungen aus Wirtschaft und Verwaltung.

Blume, der in Lüneburg geboren und in Rotenburg an der Wümme aufgewachsen ist, absolvierte nach seinem Abitur eine Ausbildung bei der Sparkasse in Soltau. Der Volljurist erhielt Prädikatsnoten in allen Examina und promovierte im Verwaltungsrecht. Der 43-Jährige war bei der Nord LB in Hannover und arbeitete zuletzt in einer auf Verwaltungsrecht spezialisierten Kanzlei in Bremen, bevor er vor fünf Jahren sein Amt als Erster Kreisrat im Landkreis Uelzen antrat.

Der Kreistag hatte den Volljuristen im Sommer 2005 einstimmig als Elsters Stellvertreter an die Verwaltungsspitze gewählt. Blume ist CDU-Mitglied und wohnt mit seiner Ehefrau und drei Kindern in Klein Süstedt.

„Er wird jung und dynamisch die Verwaltung führen und kennt hier inzwischen Land und Leute“, ist Hillmer überzeugt. Kurzzeitig hatten die Christdemokraten auch eine Lösung von außerhalb erwogen. Doch ernsthafte Kandidaten habe es nie gegeben, bestätigte der Kreisvorsitzende. „Hier wissen wir, was wir haben“, bekräftigte Hillmer, dass es am Donnerstagabend eine unumstrittene Entscheidung des CDU-Kreisvorstandes für Blume gewesen sei. Die Union will ihn offiziell auf dem regulären Kreisparteitag am 18. November zum Landratskandidaten ernennen.

Für die Christdemokraten endet damit ein monatelanger Spagat. Die CDU hat über Jahre hinweg eng und vertrauensvoll mit Theodor Elster als Landrat zusammen gearbeitet. Auf eine Unterstützung des parteilosen Elster mochte man sich indes nicht verständigen. Einerseits sollte es angesichts der zeitgleichen Kommunalwahl, eine eigener Kandidat zur Mobilisierung der Wähler sein, andererseits geht man im CDU-Lager davon aus, dass in den nächsten fünf Jahren die Kreisstrukturen neu sortiert werden.

Dafür sollte in ihren Augen ein Verhandlungsführer bereit stehen, der in dem neuen Gebilde auch noch Funktionen übernehmen kann. Nach mehreren Gesprächen verständigten sich beide Seiten darauf, dass Elster zunächst seinen Rückzug erklären sollte, bevor die CDU seinen Stellvertreter ins Rennen schickt.

Das Kandidatenkarussell eröffnet hatten im April bereits die Bündnisgrünen. Mit ihrem langjährigen Landessprecher und Hunderwasserbahnhof-Miterfinder Raimund Nowak wollten sie einen überparteilichen Personalvorschlag präsentieren. In der Kreis-SPD hält man sich zur Enttäuschung der Grünen-Spitze jedoch merklich zurück. Während heute die Frist abläuft, in der SPD-Unterbezirksvorsitzender Klaus-Peter Dehde um Bewerbungen für die Landratskandidatur gebeten hatte, wird parteiintern noch sondiert. SPD-Kreistagsfraktionschef Jacques Voigtländer hält derzeit nichts davon, sich zeitlich unter Druck zu setzen: „Das ist eine neue Lage, die uns manche Chance eröffnet“, kommentiert er Blumes Bewerbung nach Elsters Rückzug.

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