Prozess gegen Hausbesitzer wegen gefährlicher Körperverletzung

Schläge wegen Bau-Zoff

dib Uelzen. Vor dem Amtsgericht Uelzen gibt es einen Streit um angeblich mangelhafte Arbeiten an einem Eigentumshaus in Wittenberg: Der Ärger zwischen dem Bauherrn aus Hamburg, seinem 24-jährigen Bekannten und einem Maurer aus Suderburg endete in einer Schlägerei.

Mit einer Schädelprellung, einem Hämatom am Auge und weiteren Prellungen lag der 47-jährige Maurer daraufhin vier Tage lang im Uelzener Klinikum. Gestern trat er als Nebenkläger im Prozess gegen seinen Auftraggeber und dessen Bekannten auf.

5000 Euro soll der 44-jährige angeklagte Hausbesitzer dem Maurer als Vorschuss gezahlt haben, damit er ein baufälliges Haus herrichtet. Nun wirft die Staatsanwaltschaft dem Bauherrn vor, dass er am 2. September 2011 versucht habe, mit einer räuberischen Erpressung Geld zurückzuerbeuten und gemeinsam mit seinem Bekannten für die gefährliche Körperverletzung des Suderburgers verantwortlich zu sein.

Der zweite Angeklagte, der aus Lettland stammt und derzeit als Bauarbeiter in Hamburg arbeitet, saß wegen dieser Sache bereits zwei Monate in Nürnberg und Uelzen in Untersuchungshaft, er wurde jedoch vor Prozessauftakt wieder aus der Haft entlassen. Ihm wird zusätzlich zur Körperverletzung zur Last gelegt, den Suderburger noch im Klinikum telefonisch bedroht zu haben: Der Maurer solle seinem Auftraggeber 3000 Euro zahlen – „sonst kommen andere und brechen deine Knochen“.

Diesen Droh-Anruf bestritt der 24-Jährige gestern vehement. Am 2. September sei er mit dem Mitangeklagten zum Wohnhaus des Maurers in Suderburg gefahren, um ihn zur Rede zu stellen. Doch dann hätten sie den 47-Jährigen in Notwehr verletzt. Der selbstständige Maurer kann sich an die Schläge nicht mehr erinnern, er sprach gestern von Gedächtnislücken. Um Licht in das Dunkel zu bringen, wurde für den 30. Mai ein weiterer Verhandlungstag anberaumt.

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