Eklat bei Jugendspiel in Westerweyhe: Team aus Lüneburg verwüstet Kabine

Schiri ruft Polizei um Hilfe: "Er hatte Todesangst"

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Nach dem Abpfiff der U14-Partie in der 2. Kreisklasse zwischen JSG Kirch-/Westerweyhe und Lüneburger SK Hansa II wurde der Schiedsrichter von der Gästemannschaft bedroht und eingeschüchtert.

am Westerweyhe/Lüneburg. Skandalöse Vorfälle bei einem Jugendfußballspiel in Westerweyhe: Nach dem Abpfiff der U14-Partie in der 2. Kreisklasse zwischen JSG Kirch-/Westerweyhe und Lüneburger SK Hansa II wurde der Schiedsrichter von der Gästemannschaft bedroht und eingeschüchtert. Der völlig verängstigte junge Unparteiische schloss sich daraufhin in seiner Kabine ein und rief mithilfe eines Freundes die Polizei um Hilfe.

Eine eingetretene Tür, Sachschäden, ein vor Wut kochender Hansa-Trainer und dann die Schiedsrichter-Attacke – die Gästemannschaft von Lüneburger SK Hansa II hat nach AZ-Recherchen am Samstagnachmittag für einen handfesten Skandal gesorgt. Vor allem die Attacken auf den Referee sorgen aufseiten der JSG Kirch-/Westerweyhe für Entsetzen. „Der Schiedsrichter hat geweint und am ganzen Körper gezittert. Er hatte Todesangst“, schildert JSG-U14-Trainer Mike Schneider die Vorgänge nach Abpfiff der Partie.

Die Lüneburger hatten das Spiel erst in der fünften Minute der Nachspielzeit mit 1:2 verloren. Daraufhin rastete der Gästecoach aus und attackierte verbal den Schiedsrichter. Auch Spieler sollen laut Schneider den Unparteiischen beleidigt haben. Der LSK-Trainer forderte sein Team offenbar auf, den Sportgruß am Mittelkreis zu verweigern und in die Kabine zu gehen.

Auf dem Weg dorthin oder im Kabinentrakt soll die Situation eskaliert sein. Die Gastgeber blieben indes noch auf dem B-Platz und erfuhren erst nach Eintreffen der Polizei von dem Zwischenfall. „Ansonsten wären wir dazwischen gegangen“, betont Schneider.

Wer genau hinter dieser Aktion steckt, ist nicht bekannt. „Es muss jemand aus dem Umfeld des Gästeteams gewesen sein“, sagt Polizei-Sprecher Kai Richter gegenüber der AZ. Der junge Referee wurde laut Richter bedrängt und eingeschüchtert. Jemand soll ihm auf den Rücken „geklopft“ haben. Ein anderer rief: „Das nächste Mal spucken wir dich an.“ Dann schloss sich der Referee in seiner Kabine ein. Ein Freund soll die Polizei verständigt haben. Zudem verwüsteten die Gäste eine Kabine.

Auf AZ-Nachfrage bestätigte gestern Jörg Drebold, Jugendkoordinator bei LSK Hansa zwar, „dass da was passiert ist. Es ist aber nicht erwiesen, wer was gemacht haben soll.“ Der LSK-Verantwortliche verweigerte gegenüber der AZ ansonsten jeden weiteren Kommentar. „Ich wüsste nicht, was Sie das angeht und warum ich dazu etwas sagen soll. Das ist eine interne Sache, ich werde dazu nichts sagen.“ Mit den Worten „Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag“ brach Drebold gestern das Telefonat mit der AZ ab.

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