Grundstückseigentümer zahlt 2500 Euro Geldauflage / Verfahren eingestellt

Schimmel-Schutt vor Gericht

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Wo derzeit eine freie Fläche zu sehen ist, lagerte bis vor wenigen Monaten ein Schuttberg: Das ehemalige Katasteramt.

Uelzen. Das Grundstück des ehemaligen Katasteramtes in Uelzen ist freigeräumt.

Der Streit um den Schuttberg selbst hat allerdings noch Nachwirkungen: Gestern musste sich der Lüneburger Grundstückseigentümer vor dem Amtsgericht Uelzen verantworten, weil ihm die Staatsanwaltschaft vorwarf, fahrlässig Gewässer und Tierwelt gefährdet zu haben, indem gefährliche Abfälle gelagert wurden. Nach Anhörung des Immobilienkaufmanns aus Lüneburg und nach drei Zeugenaussagen verständigte sich das Gericht mit den Beteiligten auf eine Geldauflage von 2500 Euro. Das Verfahren wurde somit vorläufig eingestellt.

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Das bedeutet jedoch nicht, dass der Eigentümer des Grundstücks den Tatvorwurf einräumt, machte dessen Rechtsanwalt Olaf Seeger deutlich. Der Immobilienkaufmann habe die Gefahr, die durch Asbest und Schimmelpilze von dem Schuttberg ausging, nicht sehen können, stellte sein Mandant schon zu Beginn des Verfahrens klar: „Ich finde

das absurd, was mir zur Last gelegt wird“, erklärte er. „Ich kann asbesthaltiges Material nicht erkennen.“

Nachdem fast zwei Jahre lang der Bauschutt des ehemals denkmalgeschützten Fachwerkhauses auf dem Grundstück an der Gudesstraße/Mauerstraße lagerte, hatte im Sommer das Amtsgericht Uelzen Strafbefehl gegen den 55-Jährigen erlassen. 90 Tagessätze von jeweils 50 Euro hätte er zahlen müssen. Dagegen legte der Immobilienkaufmann Einspruch ein. Somit kam es zur mündlichen Verhandlung, bei der gestern die Polizeibeamtin aussagte, die die Ermittlungen im September vergangenen Jahres aufgenommen hatte. An einer Grundstücksecke sei zu sehen gewesen, dass dort asbesthaltiges Material gelagert wurde, berichtete sie.

Auch die beiden Unternehmer aus Uelzen und Lüneburg, deren Firmen mit dem Abbruch des Hauses und dem Abtransport von Baustoffen befasst waren, waren als Zeugen geladen worden. Ob der Lüneburger Abbruchunternehmer tatsächlich Ratenzahlungen mit dem Auftraggeber vereinbart hatte, die ausblieben und somit vor zwei Jahren zum Stillstand geführt hatten, wie er aussagte, blieb zum Ende des Verfahrens offen. Das Gericht sah durch die Auftragsvergabe an ein Abbruchunternehmen schließlich die Verantwortung des Eigentümers gemildert. Da zudem ein anderes Unternehmen im Auftrag des Eigentümers den Schuttberg beseitigt hat, wurde entschieden, das Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen

Blumen für den Schuttberg

Blumen für den Schuttberg

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