Schausteller muss 18.000 Euro an Arbeiter zahlen

UELZEN/LÜNEBURG - Einem Mann aus Polen, der einen Schausteller-Betrieb im Landkreis Uelzen, wie berichtet, auf Schadenersatz verklagt hatte, wurde am Montag vom Arbeitsgericht in Lüneburg eine Zahlung von 18 000 Euro plus Zinsen für seine Tätigkeit in den Jahren 2009 und 2010 zugesprochen.

Der Pole hatte den Schaustellern, Vater und Sohn, „moderne Sklaverei“ vorgeworfen und eine Lohnnachzahlung für die Jahre 1997 bis 2010 in Höhe von 190 800 Euro verlangt.

Er sei geschlagen und gar an ein Fahrgeschäft gekettet worden. Bei dem gestrigen Urteil des Arbeitsgerichts handele es sich um ein Teilurteil, wie eine Sprecherin sagt. Für alle weiteren Ansprüche in den Jahren bis 2008, die der Kläger ebenfalls geltend machen will, werde voraussichtlich in noch folgenden Verfahren verhandelt werden.

Für die Jahre 2009 und 2010 allerdings sei die Klage auf weitere Ansprüche abgewiesen worden. Wie berichtet, sei der Pole nach eigenen Angaben an sieben Tagen in der Woche von frühmorgens bis in die Nacht hinein für das Schausteller-Unternehmen auf den Beinen gewesen – auch auf deren Hof. Lohn habe er dafür nicht gesehen – den wollten die Schausteller für ihn ansparen, bis er wieder in seine Heimat zurückkehre. Das Geld habe der Mann aber nie gesehen. Allein Unterkunft, Kleidung und Verpflegung habe man ihm gewährt.

In den letzten drei Jahren seiner Tätigkeit habe er zehn Euro Taschengeld pro Woche bekommen. Für die 4. Kammer des Arbeitsgerichts standen nicht die strafrechtlichen Aspekte, sondern die arbeitsrechtlichen im Mittelpunkt. Weil der Arbeiter aus Polen nicht angemeldet war, musste der Uelzener Schausteller bereits einen Strafbefehl wegen Hinterziehung von Sozialbeiträgen zahlen. - ib

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