Die Schattenseiten der Hitze

Saharaluft beschert der Region neuen Wärmerekord – und großes Chaos

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In Edendorf brannte am Sonnabend das Dach eines Bürogebäudes. Fünf Feuerwehren waren im Einsatz.

Uelzen/Landkreis. Rekord-Hitze, ein schweres Unwetter und mehrere große Brände: Die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren am Wochenende im Kreis Uelzen stark gefordert.

Bereits am frühen Sonnabendmorgen gegen 8.30 Uhr geriet nach Schweißarbeiten das Dach eines Bürogebäudes in Edendorf in Brand. Wie Ortsbrandmeister Ronald Müller berichtet, hatten die rund 85 Brandschützer aus Bienenbüttel, Hohenbostel, Hohnstorf, Bad Bevensen und Altenmedingen mit besonders schwierigen Umständen zu kämpfen: Zwar waren keine Personen in Gefahr, doch durch eine enge Bebauung und die hohen Temperaturen drohte das Feuer auf umliegende Gebäude überzugreifen. Und mehr noch: „Die Hitze war natürlich eine große Herausforderung für die Atemschutzgeräteträger.“ Darum waren auch die Rettungskräfte der DRK-Bereitschaften Bad Bevensen und Uelzen mit vier Wagen vor Ort. „Bei den unter Atemschutz tätigen Feuerwehrkräften ist die körperliche Belastung sehr hoch“, sagt der stellvertretende Bereichsleiter Stefan Beise. Bei den zur Zeit herrschenden Außentemperaturen drohe ein Kreislaufkollaps. AZ-Wettermann Reinhard Zakrzewski verzeichnete am Sonnabend in Uelzen einen neuen Julirekord: 36,5 Grad zeigte das Thermometer an. 35,8 Grad lautete der bisherige Höchstwert vom 10. Juli 2006.

Trotz extremer Hitze: In Edendorf mussten die DRK-Helfer nicht eingreifen. Das Haus wurde durch den Brand jedoch stark in Mitleidenschaft gezogen: „Wir mussten auf der Rückseite des Gebäudes die gesamte Dachhaut abnehmen“, schildert Müller. Mit der Drehleiter und einem Akkuschrauber gelang es den Einsatzkräften, an die schmorende Isolierung zu kommen. Die genaue Schadenssumme konnte die Polizei gestern noch nicht beziffern.

Gestern Abend ging der Alarm erneut: Südlich von Hösseringen, vermeldete die Einsatzleitstelle in Uelzen, habe sich auf rund 2000 Quadratmetern Waldfläche ein Bodenfeuer ausgebreitet. Fünf Wehren kämpften gegen die Flammen. Zeitgleich waren auch die Einsatzkräfte im Nachbarlandkreis Gifhorn im Dauereinsatz: Durch ein schweres Unwetter wurden Bäume umgestürzt und Dächer beschädigt. Bereits einen Tag zuvor hatte eine gewaltige Rauchsäule über dem Gelände des Knesebecker Spezialrohr-Herstellers Butting gestanden.

Von Anna Petersen

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