Schamuhn lässt die Puppen taufen

Der Herr der Puppen: Reinhard Schamuhn mit Kinderwagen.

Uelzen. „Das, was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute“, sagte Schauspieler Georg Menro, der im Jahr der Taufe zur „ersten öffentlichen Puppentaufe der Welt“ auf dem Herzogenplatz in Uelzen für seinen Freund Reinhard Schamuhn die Begrüßungsrede hielt.

Dabei bemühte Menro ein Zitat des Publizisten und Pazifisten George Bernard Shaw: „Seht doch mal an, wohin uns die Normalen gebracht haben.“

So folgten der Prozession von Reinhard Schamuhn durch die Marktstraßen der Uelzener Innenstadt zahlreiche Kinder mit ihren Puppen, Teddys und weiteren Knuddeltieren, die von den Kindern auf dem Arm getragen oder in Puppenwagen bis zum Herzogenplatz geschoben wurden. Während die Lenz-Musikanten ihr Palmoma Ade zum Besten gaben und die Jagdhornbläser der Uelzener Schützengilde sich an jeder Wegbiegung musikalisch präsentierten, schaute das Publikum in den Straßen belustigt zu. „Immer wieder schön, wenn Schamuhn etwas macht“, hieß es an den Marktständen, „dann ist doch mal was los und es gibt was zu sehen.“

Die perfekte Inszenierung auf dem Herzogenplatz übertraf so manche Erwartung: Mit Taufbecken und dem Auftritt der Musikgruppe „Zariza Gitara“. Nachdem Reinhard Schamuhn, „verheiratet mit dem Eifelturm und schon mehrere Kulturhochzeiten hinter sich gebracht habe“, so Menro, vermute wohl jeder, dass der Mann komplett durchgeknallt sei. „Sehen sie – da ist der kleine Unterschied: Sie würden es vermuten und ich weiß das“, sagte der aus Bayern angereiste Festredner über den Freund, dessen skurrilen Provokationen er nur allzu gerne unterstützt.

So wurden Luli, Mr. Bean, Fienchen, Annabell, Felixsinchen und Felix, die im Puppenwagen von der sechsjährigen Puppenmutti Liane zur Puppentaufe geschoben worden waren, mit einer angemessenen Portion Liebesperlen getauft. „Weil ich wollte, dass die auch getauft werden“, erzählt die Sechsjährige und schob zufrieden wieder ab. Die Puppen der beiden Kusinen Jette-Jördes und Nele verschwanden nach der Prozedur im Stoffbeutel ihrer Oma, bevor sie ihren Heimweg antraten. Und die Großmutter von Neles Puppenmutti meinte, es sei eine gelungene Aktion gewesen. Nachdem das maritime Uelzen ohnehin schon die eine oder andere Schiffstaufe feiert, dazu auch mehr als eine Zugtaufe erleben durfte kann es sich nun der weltweit erste öffentlichen Puppentaufe rühmen.

Von Angelika Jansen

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