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Abgelöst: ein nachdenklicher Ex-SBE-Geschäftsführer Falk-Wilhelm Schulz gestern Nachmittag bei der Pressekonferenz.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Ernteergebnisse in der Ukraine unter den Prognosen, dazu ein gestörtes Verhältnis zu den Aufsichtsgremien: Die Stadtwerke Uelzen und Schwäbisch Hall haben die beiden Geschäftsführer der SBE Sustainable Bio Energy Holding GmbH, Falk-Wilhelm Schulz und Claus Dieter Lang, abberufen.

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Als neuen Geschäftsführer stellte die SBE gestern den Unternehmensberater und Chef von Lang, Gert Sieger, vor, der dem Projekt bereits seit 2008 beratend zur Seite steht. Die SBE betreibt das Landwirtschaftsprojekt in der Ukraine für die beiden Stadtwerke, die inzwischen zu gleichen Teilen Gesellschafter sind. Bislang haben die Stadtwerke Uelzen und Schwäbisch Hall jeweils 5,5 Millionen Euro in das Osteuropa-Engagement gesteckt. Erst im Februar 2010 waren Schulz und Lang als SBE-Führungs-Duo vorgestellt worden, das das Landwirtschaftsprojekt in der Ukraine mit 30-prozentigen Ertragssteigerungen aus den roten Zahlen holen sollte. Die Ertragsprognosen wurden zwar angesichts des ungünstigen Wetters in diesem Sommer teils deutlich verfehlt, konnten aber zum Teil durch die hohen Weltmarktpreise aufgefangen werden.

Empfindlich traf die SBE dann ein Exportstopp in der Ukraine für Getreide, so dass der gesamte Weizen nicht mehr auf dem Weltmarkt verkauft werden konnte, sondern zu deutlich geringeren Preisen im Land blieb. Für die SBE bedeutete das Mindererlöse von rund 600 000 Euro. Um die nächste Ernte bestellen zu können, würden 2,5 bis 3 Millionen Euro frisches Geld benötigt, erklärte Gert Sieger. Das will er von Banken oder neuen Partnern bekommen.

Bürgermeister Otto Lukat, selbst Mitglied des Stadtwerke-Aufsichtsrates, sprach gestern unter anderem vom „Szenario eines Komplettausstieges“ als eine mögliche Zukunftsvariante. Bis letzte Woche sei die Stadt Uelzen davon ausgegangen, „dass die SBE das prognostizierte Ergebnis erzielt“.

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