Prüfung des Ukraine-Projekts der Stadtwerke abgeschlossen / Verhandlung am Dienstag

SBE-Gutachten wird vorgestellt

Die Uelzener Beteiligung an der Sustainable Bio Energy Holding (SBE) seit dem Start des Landwirtschaftsprojekts in der Ukraine ist von einem Wirtschaftsprüfer untersucht worden. Archivfoto: privat

dib Uelzen. Das Ergebnis einer Sonderprüfung der Uelzener Beteiligung am Landwirtschaftsprojekt der Sustainable Bio Energy (SBE) Holding GmbH in der Ukraine soll am nächsten Donnerstag dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Uelzen präsentiert werden.

Das kündigt der Aufsichtsratsvorsitzende, Bürgermeister Otto Lukat, auf AZ-Nachfrage an. „Ich werde dem Aufsichtsrat die Veröffentlichung des Gutachtens vorschlagen. “ Es sei die Zustimmung dieses Gremiums nötig, bevor das Gutachten der Öffentlichkeit vorgestellt werde. „Sobald diese vorliegt, werde ich die Öffentlichkeit informieren“, teilt Lukat mit.

Die Kosten für die Prüfung durch den externen Wirtschaftsprüfer tragen die Stadtwerke Uelzen. Der Aufsichtsrat hatte eine Prüfung über einen Verlauf des Projekts und Entscheidungsprozesse in Auftrag gegeben. Lukat versprach sich davon „unabhängige, neutrale Fakten“ über das defizitäre Agrargeschäft, dessen Tochtergesellschaften im Mai für rund 3,7 Millionen Euro verkauft worden sind. „Die konkrete Kostenabrechnung für das Gutachten liegt mir derzeit noch nicht vor“, berichtet Lukat.

Wie berichtet, droht den Stadtwerken Uelzen nun der Totalverlust der in die SBE investierten sieben Millionen Euro. Von Seiten des Mehrheitsgesellschafters, der Stadtwerke Schwäbisch Hall, waren zwölf Millionen Euro in die SBE geflossen. Vor diesem Hintergrund hat Bernhard Zentgraf, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler, Lukat zu einem Gespräch nach Hannover eingeladen. Im Jahr 2008 habe Lukat das Agrar-Investment noch als „kluge Geschäftspolitik“ verteidigt, während Zentraf es schon mit großer Skepsis betrachtet habe. „Da so viele Millionen den Bach runtergegangen sind“, so Zentgraf, wolle er dem Bürgermeister noch einmal Gelegenheit zu einer Rechtfertigung bieten.

Am Dienstag startet außerdem eine neue Prozessrunde zwischen der SBE und dem Uelzener Energieversorger: Vor dem Landgericht Heilbronn soll geklärt werden, ob die SBE-Geschäftsführung beim Verkaufsprozess Rechte des Minderheitsgesellschafters aus Uelzen „überfahren“ hat.

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