Marktcenter-Bau in Uelzen: Gemeinden fürchten Aderlass

SB-Warenhaus weiter in der Kritik

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Zwei Hektar umfasst das Gelände, auf dem das Marktcenter nahe der Ilmenau gebaut werden soll – hier ein Modell. Am Montag berät der Verwaltungsausschuss darüber.

Uelzen. Die Uelzener Stadtverwaltung hat erneut Stellungnahmen zum Bau des Marktcenters am Veerßer Tor geprüft. So haben die Samtgemeinden Wrestedt, Suderburg und Altes Amt Ebstorf ihre vor vier Jahren geäußerten Bedenken gegenüber einem SB-Warenhaus mit einem Lebensmittelsortiment auf voraussichtlich 2000 Quadratmeter Fläche im Marktcenter wiederholt.

So befürchtet die Samtgemeinde Wrestedt, dass mit diesem Angebot noch verstärkt Kaufkraft aus den Geschäften in der Samtgemeinde abgezogen werde. Die Grundversorgung sei in diesem südlichen Bereich des Kreises Uelzen ohnehin nicht ausreichend gewährleistet und könne durch neue Konkurrenz in Uelzen weiter abgebaut werden. Um das zu vermeiden, regt Wrestedt an, „die Verkaufsfläche von rund 2000 Quadratmeter für Lebensmittel zu minimieren und dennoch die Grundversorgung der Innenstadt sicherzustellen“, so die Stellungnahme.

Ähnlich argumentieren die beiden anderen Samtgemeinden. Berufspendler würden dann eher in Uelzen ihre Einkäufe erledigen als im eigenen Ort, befürchtet Suderburg. Die Stadtverwaltung hält dem entgegen, dass das Sortiment des geplanten SB-Warenhauses im Marktcenter über die Grundversorgung hinausreiche und „gerade auch die gehobene Nachfrage bedient“. Nur so sei die Magnetwirkung für die übrige Innenstadt gewährleistet.

„Es ist wichtig, dass wir im Stadtgebiet diese Kategorie ansiedeln und Kunden aus dem Landkreis heranziehen“, stellte Baudezernent Scheele-Krogull auf der jüngsten Sitzung des Stadtplanungsausschusses fest. Eine Konkurrenz zu den Anbietern in den Samtgemeinden wäre vielmehr ein großflächiger Discounter, den der Bebauungsplan für den Marktplatz allerdings ausschließe.

Die Kaufkraft der Suderburger hingegen fließe eher nach Ebstorf als nach Uelzen, wie schon im ehemaligen Supermarkt im Uhlenköperpark deutlich geworden sei, der keine Konkurrenz für Supermärkte in den Samtgemeinden bedeutet habe. Ebenso wenig überzeugen Scheele-Krogull die Einwände der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf gegen den geplanten Elektronik-Fachmarkt im Marktcenter.

Dieser stellt nach Befürchtungen der Ebstorfer neben den Lüneburger Angeboten eine zusätzliche Konkurrenz für eigene Geschäfte dar. Uelzens Baudezernent beklagt dagegen die Schwächen der Stadt Uelzen im Lebensmittel- und Elektronikangebot. „Der bisherige Kaufkraftverlust und Schwund“ durch die Nachbarstädte müsse aufgehalten werden. Mit dem Marktcenter könne ein Impuls für die gesamte Weiterentwicklung der Innenstadt gegeben werden.

In der Ausschusssitzung hinterfragte ein Einwohner erneut den Hochwasserschutz auf dem Gelände. Im Fall eines Jahrhunderthochwassers ist fast das gesamte Gebiet überflutet, stimmte ihm Scheele-Krogull hinzu. Diese Fläche werde künftig gesetzlich geschützt. Doch das Marktcenter sei nach der bisherigen gesetzlichen Richtlinie geplant, die einen weniger großen Bereich als Überschwemmungsgebiet ausweise. Vorsorglich werde jedoch eine Anhebung des Gebäudes um etwa 50 Zentimeter eingeplant, so Scheele-Krogull.

Der Stadtplanungsausschuss verabschiedete den Bebauungsplan für das Projekt schließlich einstimmig. Am Montag wird der Verwaltungsausschuss darüber beraten, bevor das Marktcenter eine Woche später Thema der Ratssitzung ist. Anschließend kann der Lübecker Investor HBB den Bauantrag stellen.

Von Diane Baatani

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