Das Uelzener Traditionsunternehmen Nowka schließt seine Pforten

Saure-Gurken-Zeit

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Aus nach fast 200 Jahren Firmengeschichte: Steigende Kosten machen einen kompletten Betrieb der Firma Nowka unrentabel. 22 Mitarbeiter verlieren in Uelzen in ihren Arbeitsplatz.

Uelzen. In drei Jahren hätte die Uelzener Firma Nowka ihren 200. Geburtstag gefeiert. Doch aus dem runden Jubiläum wird nichts – am Mittwoch dieser Woche lief die letzte Gurke über das Band. Der komplette Betrieb des Familienunternehmens wird zum Ende des Jahres eingestellt.

„Dieser Entschluss wurde aufgrund der Marktentwicklung im Sauerkonservensegment in Deutschland gefasst“, heißt es in einer Erklärung der Firma.

Die Entscheidung ist dem alleinigen Geschäftsführer Ernst-Dieter Nowka nicht leicht gefallen. Er sieht die Ursache in der zunehmenden Konzentration des Handels und dem damit in Deutschland einhergehenden Preisverfall für hochwertige Nahrungsmittel – „bei gleichzeitig ständig steigenden, kostenintensiven Anforderungen des Handels an die Hersteller, steigenden Rohstoffkosten, sich verteuernden Betriebsstoffen und in den allgemeinen Kostensteigerungen“.

Trotz aller Kostensenkungsmaßnahmen und Produktivitätssteigerungen durch umfangreiche Investitionen in den vergangenen Jahren hätte man die vermehrten Kosten nur auffangen können, wenn Nowka die Produkte ins Ausland verlagert hätte. Am Standort Uelzen sei eine den heutigen Kostenvorgaben angepasste, wettbewerbsfähige Produktion nicht mehr möglich. Der Gang ins Ausland entspreche aber nicht der Unternehmensphilosophie, machten die Verantwortlichen deutlich.

Ernst Dieter-Nowka

Unabhängig von allen Philosophien – wie geht es vor allem für die 22 Mitarbeiter des Uelzener Familienbetriebs weiter? „Wir haben einen Sozialplan mit dem Betriebsrat erstellt. Die Mitarbeiter werden zum 31. Dezember mit regulärer Kündigungsfrist entlassen. Sollten die Mitarbeiter einen Job finden, dann können sie sofort wechseln“, sagt Petra Nowka auf AZ-Nachfrage. Die Marke Nowka wird es in den Regalen der Supermärkte aber auch künftig geben: Das traditionsreiche Uelzener Unternehmen wurde an einen Mitwettbewerber verkauft – sowohl die Maschinen als auch die Rezepturen. „Der Standort in Uelzen wird jetzt zu einem Teil aufgelöst. In Uelzen sollen weiterhin Ketchup und Feinkost produziert werden“, betont Ernst-Dieter Nowka.

Zum aktuellen Zeitpunkt sei jedoch noch nicht klar, wie viele Arbeitsplätze erhalten bleiben und wie viel Mitarbeiter benötigt würden.

„Mit dem Verkauf eines Teils des Grundstücks stehen wir in Verhandlungen“, so Petra Nowka. Spekuliert wird in Uelzen, dass die benachbarte Nordzucker AG an einem Kauf interessiert sei.

Von Jörn Nolting

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