Stufen am Uelzener Ratsteich werden erneuert / Kostenpunkt: 191 000 Euro

Sanierung für Wasser-Romantik

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Wasser-Romantik oder inzwischen ein Schandfleck? Über die Stufen der Kaskade am Ratsteich in Uelzen soll eigentlich das Wasser hinabgleiten. Doch breite Fugen zwischen den Pflastersteinen und Unkraut hemmen den Wasserfluss.

Uelzen. Der Ratsteich ist eines von Uelzens innerstädtischen Schmuckstücken. Er lädt zum Verweilen ein. Getrübt wird der Eindruck durch die flachen Stufen vor der Gudestor-Brücke.

Über sie soll eigentlich sanft das Wasser hinabgleiten, bevor es unter der Brücke seinen Weg sucht: Die gepflasterten Stufenebenen sind aber durchsetzt von Gras und Unkraut, das den Fluss des Wassers bremst. Nun soll die Kaskade an der Gudestor-Brücke saniert werden.

Die Stadt rechnet mit Kosten von rund 191 000 Euro. Die Summe wurde in den Haushaltsentwurf für 2017 eingestellt. Bei einem Beschluss und Genehmigung des Haushaltes in seiner jetzigen Form soll die Sanierung in diesem Jahr erfolgen, teilt die Stadt auf Anfrage mit. Einen ersten Anlauf hatte die Politik bereits vor zwei Jahren genommen. Damals war die Maßnahme aus Kostengründen aber wieder aus dem Haushalt gestrichen worden.

Der Ratsteich entstand während des Dreißigjährigen Krieges 1643. Er wurde als zusätzlicher Schutz für die Innenstadt mit dem Wasser der Ilmenau aufgestaut. Vor gut 30 Jahren entstand die Kaskade vor der Gudestor-Brücke.

Beim Bau der Kaskade wurde keine Drainage gesetzt.

Karsten Scheele-Krogull

Die dabei vor die Stufen gesetzten Holzplanken sind inzwischen verfault. Wasser dringt so in die Kaskade ein und lässt im Winter die Steine hochfrieren. In dadurch entstandenen Zwischenräumen wächst das Gras und Unkraut. Eine Drainage als Ablauf für das eindringende Wasser fehlt. Wie Uelzens Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull erklärt, soll mit der Sanierung der Anlage nun eine solche Drainage gesetzt, die verfaulten Planken erneuert und auch das Pflaster der Stufen neu verlegt werden.

Womöglich gibt es jedoch bei den Arbeiten ein böses Erwachen. Nach Aussage von Scheele-Krogull soll bei der Maßnahme geprüft werden, ob eine Entschlammung des Ratsteiches notwendig wird. Zuletzt seien Ablagerungen beim Bau der Kaskade herausgenommen worden, nach drei Jahrzehnten könnte dies wieder nötig sein. Die Kosten bei einer Entschlammung, so Ausführungen im Bauauschuss der Stadt, könnten dann bis auf 300 000 Euro ansteigen.

Von Norman Reuter

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